Nikola Tesla

Ich glaube nicht an eine Welt, in der Milch und Honig fließen. Ich weiß, dass es Orte da draußen gibt, an denen das so scheinen mag. Und wahrscheinlich haben manche Menschen auch noch nie den Druck verspürt, dass man nicht weiß, wie man Hunger stillen soll.

Andere hingegen haben nicht die Möglichkeiten, um jemals weit hinaus zu kommen. Aus diesem Grund haben sich die Menschen irgendwann in Gruppen zusammen gefunden, wenn der eine zu schwach ist, um zu jagen und zu blöd um zu sammeln, dann hilft ihm die Gemeinschaft durch den Winter.

Was ich mich oft frage ist, ob es zu Säbelzahntiger’s Zeiten wohl auch schon Gruppen gab, wo es nicht mehr darum ging, dass die Vorräte so fett wie nur möglich sind, sondern, dass irgendwer besser da steht und jemand anders nicht.

Ich denke, dass das zu der Zeit noch nicht so war. Und das aus zwei Gründen: 1. Das Primärziel der Gruppe war das überleben aller, 2. Es gab noch keine Medien, in denen man hätte glänzen können.

Ich will wetten, irgendein großer Krieger wurde bei Höhlenmalereien nachteilig dargestellt, weil die Höhlenmalerin was mit dem zweitgrößten Krieger hatte und die Trulla vom großen Krieger einfach mal gar nicht ging.

Irgendwann, kurz darauf, kam dann die Industrialisierung. Selbst von Essen. Und somit musste man sich nicht mehr um seine Grundversorgung kümmern, Mais ist günstig, das bauen wir an, das bekommt das Vieh und damit kann man alle Gerichte auch noch ordentlich strecken. Dafür brauchte man dann aber Geld um an das Essen zu kommen.

Und da kommt ein weiters Problem der oben aufgeführten Sachlage hinzu. Nur, weil Du wie für 2 Steaks arbeitest, heißt es nicht, dass Du nachher auch Geld für 2 Steaks raus bekommst. Vielleicht reicht das Geld, was Du für die Arbeit bekommst nur für eine Hand voll Preiselbeeren. Ein anderer hingegen, arbeitet nicht mal wie für eine Hand voll Preiselbeeren und hat aber genug Geld für 200 Steaks. Vielleicht, weil er weiß, wie er an das Geld der anderen kommt.

Dafür haben wir die Freiheit, dass wir nicht den ganzen Tag damit verbringen müssen irgendwelchen Büffelherden hinterher zu hechten. Und können uns dafür mit allem möglichen Blödsinn beschäftigen und uns gegenseitig auf den Senkel gehen.

Die einen feiern diesen Zustand frenetisch, geben Acht auf ihre Außenwirkung und versuchen so wenig wie möglich zu tun. Die anderen machen mehr als sie müssten und dürfen sich dann dafür noch was anhören. Denn diejenigen fallen sofort auf und der heutigen Gemeinschaft ist es vollkommen egal wie dick die Beute ausfällt, denn diese definiert sich nicht mehr über gefüllte Speiseschränke, sondern über Geld, Ansehen, Macht und irgendeinen anderen Quark.

Man wird zum Dorn im Auge, wenn man etwas leistet, weil die Zeiten es zulassen.

Also sollte man sich doch ein Leben in Stämmen zurück wünschen. Damit wäre ich aber vorsichtig, da ich nicht glaube, dass sich diese Entwicklung so schnell noch einmal korrigieren lässt. Die Wälder wären innerhalb 48 Stunden voll von Ausgestoßenen und Geächteten.

Unsere Welt hat sich derart verändert, dass wir alles ständig verfügbar haben müssen, sonst drehen wir durch, selbst neue Menschen. Und so beschäftigen wir uns auch mit Konflikten. Man versucht nicht immer eine Lösung zu finden, sondern bloß schnell wieder Ruhe zu haben. Daher sind Großeltern oftmals seit drölfzigtausend Jahren zusammen, Mommy und Daddy haben aber vielleicht nicht mal eine Dekade zusammen überlebt. Es gab einfach genug verfügbare andere Mommys oder Daddys.

Man hat das Handy, das Internet und somit findet man auch als abgedrehtester Vogel noch schnell Anschluss. Wenn Opa jedoch ein Freak war, dann wusste das das Viertel und alle darin lebenden Damen ziemlich genau. Und somit hielt man seinen Partner lieber etwas fester, denn auch eine Scheidung hätte das Viertel ziemlich schnell mitbekommen.

Heute beschäftigen wir uns nicht mehr damit, was die Nachbarschaft treibt. Dafür gibt es ja jetzt Berlin Tag und Nacht – fiktiver Tratsch.

Wenn jedoch zu der Zeit mal eine Beziehung am Ende war, dann gab es kein Tinder, kein eDarling, sondern meist nur die Möglichkeit umzuziehen oder auf Tanzveranstaltungen in einer anderen Gegend zu gehen.

In manchen Gemeinschaften ist es auch etabliert, dass man „nichts tun“ als Waffe einsetzt. In der Hoffnung, dass derjenige der sich anstrengt irgendwann die Nerven verliert und geht. Es geht nach kürzester Zeit nicht mehr um das eigentliche zusammen- und vorankommen, sondern darum, wie man sich selbst etabliert und andere aussticht. Das Projekt leidet, ein optimales arbeiten ist nicht möglich und das Hauptaugenmerk liegt auf „sich einen rein drücken“ und das so lange, bis einer aufgibt.

Niemand rechnet damit, dass das Ganze auffliegt und man in Erklärungsnot kommen könnte, wie man so ein gemeinnütziges Projekt und dessen Finanzierung rechtfertigen will.

Ich weiß nicht, wieso es für mich so schwierig ist, mich in solche Systeme einfach einzufinden. Doch, eigentlich weiß ich es doch. Irgendwas in mir sagt mir, dass das so nicht laufen darf und wenn es doch so läuft, dann muss man es ändern und den Dialog suchen.

Doch auch das gestaltet sich mitunter schwierig, wenn nicht jeder das gleiche Ziel verfolgt. Manche reden mit Dir, lächeln Dich an und machen dann doch etwas komplett anderes. Oder es wird einfach grundsätzlich keine Ansicht als die eigene zugelassen.

Selbst wenn eine höhere Instanz, wie zum Beispiel ein Gericht, einen Impuls zum umdenken gibt, ist dieser bei manchen Menschen scheinbar vergebene Mühe.

Doch es gibt auch Möglichkeiten um neue, frische Anstöße zu senden. Zum Beispiel, dass man durch das Netz sein eigenes Medium werden kann.

Ich hätte vor 6 Jahren nie gedacht, dass aus einer Sammlung von Texten für Interessierte und einer Möglichkeit zur Selbsttherapie mal etwas werden könnte, was derart angenommen wird, dass die eigene Meinung nicht nur gelesen, sondern auch bekämpft, vergöttert und verhasst zugleich werden wird.

Man muss nicht mehr in die Zeitung kommen, damit man gehört, gesehen, gelesen wird. Man kann selbst zur Zeitung werden. Die Stadt selbst kann eine Stimme bekommen. Man kann sein eigenes Fernsehen gestalten, nicht nur ein paar Menschen.

Auch wenn ich mir damit nicht nur Freunde mache, so setze ich doch etwas, was ich sehr lieb gewonnen und was mir sehr geholfen hat, auf’s Spiel um diese Möglichkeit für alle nach mir offen zu halten. Jeder sollte sich ein Medium schaffen und seiner Stimme Gehör verschaffen dürfen. Denn ob seine Stimme auch Gehör findet, entscheiden nur die Leser.

Es ist egal, ob man sich für seine Posts von irgendwem bezahlen lässt oder ob man aus eigener Überzeugung schreibt. Egal ob man sein Medium selbst finanziert oder sich zahlungskräftige Werbekunden sucht. Am Ende ist nur das Medium erfolgreich, was auch konsumiert wird.

Doch einen entscheidenden Vorteil hat die gute, alte Zeitung doch: wenn Du etwas gedruckt hast und Du es nicht verbrennst oder der Witterung aussetzt, dann wird es immer da sein. Nach meinem Interview mit Jan von der Talwärts (vor deren erster Ausgabe) war ich noch lange Zeit der Meinung, dass das Internet der optimale Platz ist, für jeden der sich Gehör verschaffen will.

Und ich sagte noch etwas thoreskes wie, dass es ja mal jemand versuchen könnte mich aufzuhalten. So oft ich mich doch über Idioten aufrege, so hat die eigene Idiotie manchmal scheinbar keine Grenzen.

Manchmal ist der Feind doch näher, als Du denkst. Und manchmal stiert er bereits sabbernd auf Deine Frau.

Am Ende lernt man einiges, man lernt, dass freie Meinung auch durch die Mittel zerstört werden kann, die andere nutzen um sie zu verteidigen. Dass man mir das wichtigste nehmen kann, wenn man weiß wie man seine IP verschleiert und eine Webseite samt Webspace abschießt. Dass ich zu Opa’s Zeiten sicher eine bessere Damenwahl getroffen hätte. Dass man manchmal der Gegenseite alles zugestehen kann, was sie will und trotzdem keine Einigung erzielt. Dass der Teufel (die Midgardschlange) oft als Helfer auftritt. Dass der Wahnsinn mancher Menschen bodenlos ist. Dass ein Rettungsboot auch sinken kann. Dass die Gesetzesgebung im Internet nicht ausreicht. Dass Justitia auch nur so schlagkräftig ist, wie die. die ihr folgen. Dass ich mich auch in den schwersten Stunden nicht zu den Schritten verleiten lasse, zu denen mich die Gegenseite provozieren möchte. Dass es keinen Wert für mich hat, dass die Öffentlichkeit mich feiert, wenn ich mit mir selbst nicht cool bin. Dass manche Menschen erst sehr spät ihr wahres Gesicht zeigen. Dass ein eigenes Projekt, das sicherste Projekt ist. Dass der einzig ruhige Platz auf diesem Planeten in den Armen einer Frau ist. Dass ich jederzeit wieder das schaffen kann, was ich bereits geschafft habe, weil man die Fertigkeiten eines Menschen weder sehen, noch sie rauben oder zerstören kann.

Und ganz wichtig: dass es niemanden interessieren wird, noch jemand nachvollziehen kann, noch sich etwas ändert und jemand anders dazu vielleicht nicht bereit sein wird diesen Kampf anzugehen, wenn ich in dieser Situation nicht darum kämpfe, dass es sich ändert.

Es darf nicht sein, dass jemand unbemerkt im Netz einfach die Arbeit, die Gedanken, die Meinungen anderer einfach abschalten kann.

Es darf nicht sein, dass da draußen Menschen sitzen, die denken, nur weil sie es können, wäre es okay anderleuts Schaffen zu zerstören.

Es darf nicht sein, dass gemeinnützige Arbeit durch finanzielle Interessen oder Firmen direkt zerstört wird.

Jeder sollte in seiner Arbeit frei sein und jeder sollte frei im Netz veröffentlichen dürfen. Vor allem, wenn er einen eigenen Beitrag übernimmt, indem er Webspace und Domains einkauft. Aber! Nicht jeder würde einen solchen Kampf, vor allem auf dem wichtigsten was er hat, austragen. Also mache ich es – für die Gemeinschaft!

Und weil ich nicht anders kann. Auch wenn mein Geschäft, die Leute, denen ich was bedeute und alles drum herum leidet – das was hier passiert ist nicht richtig. Und entweder es wird richtig gestellt oder zumindest veröffentlicht oder ich werde keine Ruhe geben, bis es geklärt ist.

Auch wenn das bedeutet, dass ich einen schwereren Start für mein Unternehmen habe, als andere. Auch wenn das bedeutet, dass man mich leichter angreifen kann. Auch wenn das bedeutet, dass ich vieles aufgeben und alles auf eine Karte setzen muss.

Es ist nicht das beste Leben, doch solange sich eine Frau dazu erbarmt mich in den Arm zu nehmen und meine Akkus zu laden, habe ich genug aus der Gemeinschaft erhalten, um allein für sie zu kämpfen. Dann habe ich genug Überzeugung, um weiter zu veröffentlichen. Dann habe ich genug Vorräte, um über den Winter zu kommen.

Ich bin Wade Winston Wilson aka der Thrudheimer, aka der Kerl mit dem Hammer, aka frag mal Deine Tochter.

Der größte Affe bekommt die geilste Schnalle, sagte Stromberg eimal.

Wenn ich nicht grad angegriffen werde, veröffentliche ich unter Thrudheimer.de.

Danke für Ihre hochgeschätzte und ungeteilte Aufmerksamkeit!

Hasta la victoria siempre!