Unter Einfluss der Nachhaltigkeitspolizei

Ja, McDonalds ist nicht gut. Wenn ich aber bei McDonalds esse, bin ich dann auch nicht gut? Ist der Burger wirklich so verachtenswert, dass seine abstoßende Produktion mich zu etwas schlechterem macht, als ich schon bin, wenn ich ihn esse?

Bin ich wirklich anzuprangern, wenn ich mir ein neues Paar Nikes hole – obwohl ich weiß, wieso man sie „Sweatshop“ nennt?

Ist klar, hier läuft alles nicht perfekt – ist mir bewusst. Aber trotzdem esse ich Burger und trotzdem kaufe ich Nikes.

Denn:

  1. Der Umstand, dass da an einigen Stellen was verkehrt läuft, hat nichts damit zu tun, dass wir bisher ein enormes Problem hätten, wenn solche Unternehmen einfach entfallen würden. Das will ja auch niemand. Sie sollen aufhören Blödsinn zu machen, dann können die Rinder hacken und Sohlen kleben, bis Ihnen der Kopf raucht. Aber wenn wir jetzt wirklich alle aufhören Burger zu essen und Nikes zu belaufen, was sollen denn die Menschen dann machen, die in den Unternehmen weltweit arbeiten? Arbeiten, nicht schwitzen, das schwitzen muss aufhören. Deo oder so.
  1. Bin ich ein extremer Draufgänger. Ich lebe am Limit des Cheeseburgers.
  1. Sind Nikes mitunter verflucht nice und Cheeseburger das, was sie sein sollen: Schnell, günstig, mit totem Tier und zuweilen schmackhaft.

Was wir also wollen ist, dass die Unternehmen aufhören gewisse Unternehmensbereiche nicht nachhaltig oder ohne Rücksicht auf seine Mitarbeiter zu betreiben. Und dazu müssen wir andere Menschen erst einmal aufklären, was in solchen Unternehmen schief läuft, wieso es schief läuft und was das für unser tägliches Zusammenleben bedeuten könnte.

Was wir nicht wollen sollten ist: Sich vor einem Mäckkes stellen und jedem der raus kommt einen Stern auf die Brust malen. Wie gesagt, wir wollen aufklären, nicht anprangern.

Ich habe in meinem Umfeld einige „Weltenretter“, die einiges aufschnappen, was in manchen Bereichen schief läuft und einem dann penetrant damit so lange auf die Nerven gehen, bis man sich denkt: Weißt Du was, Nachhaltigkeitspolizist? LECK MICH! Jetzt erst recht Burger! Ich bin nicht Dein Feind. Dein Feind ist der Manager, der Tierproduktion so plant und ausführt, wie sie läuft. Und Dein Feind ist der Politiker der a) nichts dagagen tut, oder b) Geld dafür bekommt, dass es weiter so läuft.

Mir musst Du nur einmal sagen, dass McDonalds schlecht ist. Man muss mir nicht jedes verfluchte Mal so dermaßen auf die Klingel gehen, dass ich über unkonventionelle Wege nachdenke, mir meine Ruhe zu verschaffen. Denn die ist mir wichtiger als wie das Rind auf dem Burger lebte, starb und meine Gesundheit, wenn ich das Ding verdrücke. Also steht die Wahl: Nachhaltig futtern, frei futtern oder mir nachhaltig Ruhe zu verschaffen – ziemlich schlecht für den Nachhaltigkeitspolizist.

Es geht nicht darum, dass man zu jeder Zeit, an jeder Stelle und vor allem nicht ständig wiederholt, den Menschen zeigt, dass man etwas scheiße findet. Sondern, dass so viele Menschen wie möglich anfangen sich über die Probleme in der Welt zu informieren. Denn so bekommen wir eine größere Stimme, um solche Probleme schnell anzupacken.

Das verstehen die meisten „Nachhaltigkeitspolizisten“ aber nicht. Die wollen als Sheriff rum rennen und jeden belehren. Sie wollen nicht informieren, sondern sich profilieren und andere terrorisieren.

Damit macht man es dann wieder uns, die gerne einiges wirklich ändern würden und trotzdem manchmal sündigen, nicht gerade einfach. Denn wir werden sofort gleichgestellt, mit diesen mutierten Superhippies.

Letztens war es so weit, dass ich am Morgen wo hin musste und es war Sonntag. Dazu war ich spät dran und musste was finden, was ich beim Auto fahren in mich stopfen konnte. Also: McDrive. Ich hab nicht alles auf der Fahrt geschafft und hab mir die letzten Bissen, in der bekannten Papiertüte, in den Backpack gepackt. Irgendwann nahm ich diese raus und jemand sagte zu mir: „Ouh, ist das McDonalds? Das musst Du aber weg tun, gleich kommt XXX, der flippt dann aus“

Und ich dachte mir: Nein, ich muss nichts weg tun, damit jemand anders nicht uncool zu mir ist, weil ich etwas konsumiere. FALSCH! Der muss mal klar kommen und merken, dass man so vielleicht in seinem Umfeld der Held im Erdbeerfeld ist. Aber „normale“ Menschen werden sich ziemlich schnell hart angenervt fühlen. Denn die wollen frei sein UND was verändern UND hin und wieder mal nen Burger UND trotzdem keinen Stern auf die Brust!

Ich kann nichts dafür, dass manche sich in einem Umfeld bewegen, die einen dafür lobpreisen, dass man immer wieder die gleichen, eigenen Regeln runter betet und alle belehren möchte. Ich komm aus dem Internet, zeig ich allen und jeden Tag lustige Katzenvideos? NEIN! Es gibt hier und da mal einen ausgedehnten Vine-Anschlag, aber der enthält ja auch immer wieder neuen Content.

Irgendwann hat man es jedoch verstanden, dass IHR der Meinung seid, dass man es anders machen sollte. Aber ICH nicht verpflichtet bin dem nachzukommen und IHR das nicht eher an mir ändert, indem IHR MICH wütend macht.

Also kommt mal klar, ihr gluten- und laktosefreien Sojadickmilchtrinker und Yoga-Befürworter.

Sonst werde ich bald in einer Tour anschaulich erklären, wieso Gewalt weh tut und gemein ist!

Btw: Mediziner raten dazu, nur einmal im Monat Fast-Food zu konsumieren. Ich hör lieber auf Mediziner, als auf die selbsternannte Nachhaltigkeits-Polizei, die mal dringend an ihrer strategischen Ausrichtung arbeiten sollte, wenn sie wirklich mehr wollen, als allen zu zeigen, dass man eine Flachzange mit Langeweile ist oder es einfach geil findet Leute zu belehren und voll zu quengeln.

P.S.: Gestern wollte bei Twitter ein Radfahrer auf Autofahrer schießen, weil sie gegen eine Laterne gefahren sind.

  1. Ist das so vollkommen durcheinander.
  2. Wieso bekomm ich als Autofahrer ärger, wenn ich auf Radfahrer schießen will? Hat das wirklich was mit meinem Otto-Motor zu tun oder mit dem Neid mancher Ottos?

Ihr seht – in dieser Welt – die besser werden soll – ist verdammt viel Schwachsinn unterwegs.

Also BITTE – passt auf Euch auf. Und ich hab Euch auch noch lieb, wenn Ihr Euch jetzt nen BOGOF BigMac gebt – die gibt’s nämlich zur EM. Sagt einfach an der Kasse: „Einmal den Gutschein 120 bitte!“ Und nehmt die Netzkartoffeln dazu. Ich hätte zwar lieber Hash Browns, aber die gibt’s hier noch nicht. Ein Problem, was angepackt werden will – erzählt allen davon! 😉

Danke!

Einen guten Start in die neue Woche Euch.