Listen up here you orange flavoured &##%&#§$ – Club Penguin Ruined

Die meiste Zeit forschen Forscher an Dingen, die einen wundern, dann aber doch bahnbrechende Antworten bringen. Beispielsweise die Meldung, dass intelligente Menschen oft fluchen, unorganisiert sind und gerne lang auf bleiben. (Proof1 / Proof2 / Proof3)

Das erklärt mir nun einiges. Zum Beispiel, wieso ich Club Penguin Ruined so übermäßig lustig finde. Es ist chaotisch und voll von Flüchen.

Club Penguin ist nichts anderes, als ein visualisierter Chat. Man bekommt einen Pinguinavatar und kann dann durch eine Zeichentrick Welt laufen und mit anderen Pinguinen in Kontakt treten. Das gibt’s auch noch in anderer Form, wie zum Beispiel im Habbo Hotel oder Second Life.

Normalerweise rennt man da nun durch die Gegend und chattet sich die Finger wund, auf der Suche nach „weiß der Hugo“ was. Manche machen sich aber einen Spaß draus und bringen entweder Chaos („Hakenkreuze aus Avataren“ oder „mit Avataren den Poolbereich versperren“) was viele Leute auf die Palme bringt. Das ist lustig, weil man sich fragt, welcher halbwegs normale Mensch sich darüber aufregt, dass er im Habbo Hotel nicht an den Pool gehen kann.

Zum anderen gibt es Menschen, die zur Belustigung einfach drauf losfluchen oder kleine Sketche mit Freunden in dieser Umgebung aufnehmen. Auch das ist für mich noch witzig, so wie in der Form von Club Penguin Ruined.

Sobald es aber in Richtung Cyber Mobbing geht, muss jeder wissen, dass es dann nicht mehr lustig ist. Wer das nicht weiß, der gehört eben nicht zur Gruppe der „halbwegs normalen Leute“.

Einen orangenfarbenen Pinguin „orange flavoured Motherfucker“ zu nennen, führt zwar sicherlich bei einigen zu Unmut und einem Kick bei Club Penguin, aber ist nicht besonders spezifisch persönlich, dass zum Beispiel ein bestimmter Makel des Users an sich bemängelt wird. Maximal das bescheuerte Dress des Pinguins.

Zum einen gehe ich jedoch stark in der Annahme, dass viele Szenen mit Freunden zusammen in Club Penguin entstanden sind, zum anderen hätte ich mich dabei nicht genötigt gefühlt einzugreifen und dazu, wenn man sich bei Club Penguin als „ihaveaids“ anmeldet, muss man sich nicht wundern, wenn es was auf die Mütze gibt.

Zusätzlich diese Stephen-Hawking-Roboterstimme und die Texte und die Pinguine und die Situationskomik und ich persönlich bin gut unterhalten.

Leider muss das witzige Thema dennoch auch wehleidig abgeschlossen werden. Denn ich bin über Vine auf Club Penguin Ruined und seinen Macher Cowbelly aufmerksam geworden.

Cowbelly ist allen Anschein nach ein Videomacher mit derzeit mittelmäßigem Erfolg. Dennoch feier ich was er macht und promote seine Videos daher gerne mit einem Post.

Es ist jedoch nun nicht mehr so, dass jeder Blogger auch wirklich das postet, was er persönlich feiert. Mittlerweile sind Firmen und Marketingmenschen auf den Markt aufmerksam geworden und es ist sehr schwer unabhängig zu bleiben, wenn man sich nicht selbst finanzieren kann.

Wieso ich so weit aushole? Wie gesagt ich traf Cowbelly auf Vine und mittlerweile wurde von Twitter offiziell erklärt, dass Vine geschlossen wird.

Außerdem verlieren viele Twitter Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Das Ganze ist eine Aktion der Twitter Geschäftsleitung, um das Unternehmen irgendwie aus den roten Zahlen zu bekommen.

Wer sich im Netz etwas auskennt weiß, dass Twitter ein Netzwerk ist, was nicht voll von Werbung ist und auch keine Daten der Nutzer verkauft oder einfach amerikanischen Behörden ohne Weiteres aushändigt. Das ist kein Geschäftsmodell was sich leicht finanziert. Facebook lebt von Werbeeinahmen, Spiele-In-App-Käufen und dem verscheuern von Daten. Twitter tut das nicht und muss kämpfen. Richtig ist das nicht.

Und als Kirsche auf dem Sahnehäubchen des WTF kursiert nun noch das Gerücht, dass viele der mit Vine bekannt gewordenen Menschen an Vine herangetreten sind und Geld dafür wollten, dass sie nicht zu anderen Netzwerken umziehen. Und an dem Punkt fickt sich der Mensch wieder selbst ins Knie.

Man wird durch ein Netzwerk (was ich anfangs nicht nachvollziehen konnte und dann lieben gelernt habe) bekannt und will dann dafür von denen Geld „erpressen“?!

Was für ein himmelsschreiender Blödsinn. Ich hasse solche Menschen, abgrundtief.

Anderes Beispiel – ich glaube, da gab es auch schon eine Southpark Folge zu – Yelp. Oder allgemein Foodblogger. Eigentlich ein tolles System, um auch hier die Bevorteilung mancher Restaurants mit großem Ruf und Einnahmen aus dem Vordergrund zu holen und die wirklichen Futter-Juwelen der Stadt aufzutun.

Jeder, der gern essen geht, der kann bei Yelp nachher das Restaurant bewerten. Und sehr schnell war es so, dass die etablierten Restaurants, die über die Jahre hinweg beste Beziehungen zu Koch-Redakteuren und Food-Kolumnisten der Presse aufgebaut haben, auf Yelp schnell abgekackt sind, weil der gemeine Gast vielleicht nicht ganz so prunkvoll umsorgt wurde, wie ein Journalist, der nachher über das Restaurant schreibt. Plötzlich konnte jeder ein Restaurant bewerten und jeder konnte/kann über eine App nach diesen Bewertungen seinen nächsten Restaurantbesuch planen.

So wurden eben diese In-Spots und versteckten Geheimtipps aufgetan und die großen Restaurants standen zeitweise nicht besonders gut da. Nun passierte aber wieder etwas Schreckliches. Ein bestimmter Umstand wurde in diesem System nicht genau bedacht: der Mensch.

Was macht der Mensch? Der Mensch entwickelt einen Anspruch daraus. Yelper gingen nicht unbemerkt essen und stimmten anschließend darüber ab. Sie machten eine Show/Aufgabe draus. Nun wird bereits vor der Bestellung darauf hingewiesen, dass man Yelper ist, in der Hoffnung auf Goodies, bessere Bewirtschaftung, Getränke aufs Haus. Also ist das System auch wieder im Arsch. Ist das System schuld oder die Macher von Yelp? Nein!

Und so funktioniert es fast überall, man macht sich Gedanken, macht und tut und am Ende steht man wieder verzweifelt vor einem Menschen.

Und so wird mit Vine bald eine Lücke bleiben und man muss gebildete Knoten von einem Netzwerk auf ein anderes umlegen, einige gehen zu Instagram, manche zu Snapchat, viele zu YouTube, ich bin zu Coub. Ähnlich wie Vine und so wie es aussieht, ein neuer Anfang.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie schmerzhaft der Verlust von Twitter wäre und hoffe daher, dass dieser Schritt sich lohnt. Viele von Euch können das sicher nicht nachvollziehen, das nehm ich Euch nicht übel. Viele denken Facebook & Google ist alles, damit man das Netz anständig nutzt. Hin und wieder noch YouTube. Aber da ist so viel mehr zu entdecken.

Cowbelly ist zumindest zu YouTube umgezogen und hat dort nun den Channel CowbellyTV.

Ich hoffe, die Videos machen Euch nur halb so viel Spaß wie mir.

Euch alles Gute!

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