Große schwarze Katze – Black Panther Review (Spoiler!)

Marvel Studios‘ BLACK PANTHER..Black Panther Conceptual Character and Costume Design Sketch..Costume Design and Art: Ryan Meinderding and VisDev Team..©Marvel Studios 2018

Gut, dass ich mir (unfreiwillig) etwas Zeit mit diesem Black Panther Review gelassen habe. Denn das musste ich erst einmal alles sacken lassen.

Ich versteh den Hype um den schwarzen Panther komplett. Er war der erste schwarze Held, in einer Zeit, wo sonst nur weiße Männer in Strumpfhosen rumgerannt sind. Da ich mich durch meinen musikalischen Background nicht von einer Sympathie für die schwarze Kultur lossagen kann und damit versuche locker easy umzugehen, kann ich es natürlich nachvollziehen, dass selbst die Eltern mancher schwarzer Kids in den Film gegangen sind.

Also da bin ich voll dabei. Marvel hat früh angefangen Minderheiten einzubinden und es mittlerweile, für mein Verständnis, ein wenig auf die Spitze getrieben. Aber das darf man denen nicht sagen, da werden die etwas anders.

Wie bereits erwähnt, Thor und Wolverine sind nun Mädchen, der Ghostrider hat einen angloamerikanischen Hintergrund, Spider-Man ist ebenfalls in manchen Publikationen schwarz und der Hulk ist nun ein asiatisches Wunderkind. Natürlich kann ich es nachvollziehen, dass man sich mit seinen Helden identifizieren kann, aber dazu komme ich später noch. Ich finde es gut, dass sich ethnische Minderheiten nun auch wiederfinden, verstehe nur nicht, wieso dafür bestehende Charaktere derart auseinandergepflückt werden. Aber, wie gesagt, das darf man denen nicht sagen.

Marvel Studios‘ BLACK PANTHER..Black Panther/T’Challa (Chadwick Boseman)..Ph: Film Frame..©Marvel Studios 2018

Wie im Titel bereits erwähnt- Ab hier kommen Spoiler – nicht lesen, wenn Ihr Black Panther noch nicht gesehen habt und überrascht werden wollt!

Nun aber zurück zu Black Panther. Mit einem vorgelagerten Rating bei Rotten Tomatoes von 100% – richtig gelesen, die Kritiker dürfen direkt nach den ersten Presse-Vorführungen bewerten – war ich sehr gespannt. War jedoch letztendlich auch etwas enttäuscht, was ich mir im Nachhinein jedoch auch erklären kann.

Zum einen habe ich außer Acht gelassen, dass da Filmkritiker bewerten und keine Comic-Fans. Somit haben die das einzelne Machwerk bewertet und nicht den Stellenwert des Films im Marvel Cinematic Universe (Earth-199999). Mich hingegen hat das Geschehen maximal verwirrt, denn als ich diese Bewertungen gelesen hatte, hatte ich mir große Vorstellungen gemacht, was darin wohl vor sich gehen wird.

Nehmen wir mal das davor und danach unter die Lupe. Die Storyline von Black Panther läuft kurz nach den Ereignissen von Captain America – Civil War ab und da ging in den Mid-Credits Folgendes vor sich.

Okay, also Captain America hat den Rest seines Teams befreit und ist dann mir Bucky zusammen nach Wakanda geflüchtet – AHA!

Und was sehen wir im Infinity War Trailer?

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Da verlangt Black Panther, dass man, dem mittlerweile in Schwarz rum rennenden und ohne Vibranium Schild tragenden, Cap ein Schild reicht.

Also bin ich davon ausgegangen, dass wenn Cap und Bucky vorher und nachher in Wakanda sind, dass man die nun auch in die Story einbaut – MÖÖÖÖÖÖP! Falsch! Bucky hat eine After-Credits Scene und das wars. War für mich etwas enttäuschend.

In Black Panther geht es eher um die Krönung von T’Challa, der Vorstellung Wakandas als El Dorado in Afrika und einem Feuerwerk an schwarzen Darstellern und deren Brillianz. Wenn man jedoch an eine übergeordnete Storyline zu den Abläufen auf Earth-199999 gedacht hat, war das etwas enttäuschend.

Ich will nicht sagen, dass das ein schlechter Film ist. Ganz im Gegenteil. Es ist nur so, dass ich mit was anderem gerechnet hätte und die Übermacht des Antagonisten als verstörend empfand. Da diese nur durch T’Challas Ehrgefühl entstanden ist – was ich hingegen wieder sehr gut nachempfinden kann.

Marvel Studios‘ BLACK PANTHER..Ph: Film Frame..©Marvel Studios 2018

Wie wird man eigentlich Übersetzer?

Außerdem habe ich mich einmal ganz kräftig über die Arbeit der Übersetzer geärgert, denn wie kann man denn bitte den Übertrag eines „What are Thoooooose?!“ Meme so derart in den Sand setzen? Da kann der Film aber nichts zu.

Darüber hinaus kann ich mich ja schon mit Asgard mehr als identifizieren und fand es daher sehr interessant zu sehen, wie man in Wakanda die Dinge so handhabt.

Ansonsten war das Ganze schon äußerst interessant. Wakanda Tech zu sehen ist überragend. Und das wird noch richtig interessant, bald gibt es nicht nur Stark Tech, sondern Wakanda Tech, Osborne Tech, Xavier Tech, usw. das wird noch eine sehr bunte Mischung in der Phase 4 des Marvel Cinematic Universe.

Marvel Studios‘ BLACK PANTHER
Steptown Conceptual Set Design by Hannah Beachler
Illustration: Till Nowak..

Was wäre wenn…?

Was mich wirklich lange beschäftigt hat, war die Idee, dass es in Afrika ein verstecktes Reich gibt, was eine fast unerschöpfliche Energiequelle hat. Laut Aussage von Claw (im Film übersetzt mit Klaue – was soll das denn wieder? Black Panther heißt Black Panther, aber Claw heißt nun Klaue? Ich will niemals einem Übersetzer begegnen. Da werd ich mich schon über Trousers / Hosen genug aufregen) soll Wakanda so viel Vibranium Vorkommen besitzen, dass sie schon seit Jahrzehnten schöpfen und nach wie vor nur an der Oberfläche kratzen. Wenn man nun beachtet, wie sehr sich schon um ein wenig Virbanium in der Form einer Axt geprügelt wurde und da fast alles aus Vibranium ist und durch Vibranium angetrieben wird, hat man eine ungefähre Ahnung, auf welchen Vorräten Wakanda da sitzt.

Und nun wird es interessant, denn im Film geht es von Anfang an um die Frage: Mit den Kenntnissen, die man in Wakanda hat, die Welt zu einem besseren Ort machen oder drauf sitzen bleiben und zusehen, wie alle sich wegen ein paar Ölvorkommen die Köpfe einschlagen?

T’Challas Vater hatte da eine andere Auffassung als T’Challa und so öffnet am Ende T’Challa auch das Wissen von Wakanda für den Rest der Welt. Was herablassend mit der Frage kommentiert wird, was ein paar Bauern und Hirten denn bitte für die Welt tun könnten.

Wenn wir uns das Ganze jetzt mal in unsere Welt denken, dann ist das ein einziger Mindfuck. Mal angenommen, dass wir hier zeitweise Menschen haben, die Angst darum haben, dass ihnen was weggenommen wird, wenn wir die jahrhundertelange Ausbeutung ein wenig abschwächen, indem wir das teilen mit anderen, meist unterdrückten Völkern lernen, würde ich glaube ich eine Woche durch Lachen, falls nun hier ein Wakanda aufpoppen würde und sagen würde: Wir haben die Lösung für all Eure Probleme und Ängste.

Ich würde sagen: NEIN! Behaltet es für Euch, ich hab mir jahrlang nun das Gejammer anhören müssen, jetzt will ich auch sehen, wie es zu Ende geht. Viel Spaß mit Eurem Vibranium, erschließt den Mars im Alleingang und schaut zu, wie die arroganten und ignoranten Kolonialnachkommen hier vor die Hunde gehen – EUCH zuliebe. Und nehmt ganz Afrika mit. Falls es möglich ist, sagt in Asgard kurz Bescheid, dass der kleine Thor aus Midgard abgeholt werden möchte.

So oft, wie ich in letzter Zeit lesen musste, dass Menschen sich beschweren, weil „der Staat sich nicht um sie kümmert“, fände ich es nicht okay zuzusehen, wie diejenigen nun Hilfe von den Leuten nehmen, die sie vorher vom Schlauchboot treten wollten. Das ist eben diese Ehrlosigkeit, die ich hier erlebe.

In was für einer Weicheierumgebung muss man eigentlich groß werden, dass man daran glaubt, die reine Existenz wäre schon recht genug errettet zu werden?! Tu etwas für Dein Leben und lass andere Leute in Ruhe oder noch besser, hilf ihnen! Anstatt nur auf Deinen Arsch zu achten und immer mehr zu fordern.

Ich schweife ab.

Marvel Studios‘ BLACK PANTHER..Black Panther/T’Challa (Chadwick Boseman)..Ph: Film Frame..©Marvel Studios 2018

Fazit

Somit war Black Panther am Ende eben doch der großartige Film, der einem versprochen wurde. Auch wenn mein kleines Comic-Nerd-Herz erst keine Erfüllung fand, so fand mein Gehirn nachher doch genug neue Fragen, um mich eine Zeit lang zu beschäftigen.

Was den Humor angeht, war ich von Taika Waititis Thor: Ragnarok ein wenig verwöhnt. Ich muss jetzt noch hin und wieder über Korgs Begegnung mit Loki lachen

Einmal musste ich schmunzeln, als Martin Freeman’s Agent Ross zu einem Teil der Leibgarde von Black Panther sagt, dass sie ihren Speer einfach in den Kofferraum legen soll.

Ansonsten war es sehr bildgewaltig. Wirklich tolle Eindrücke. Auch sonst kann man eine klare Entwicklung der Marvel Studios vom ersten Iron Man bis zu dieser letzten Veröffentlichung sehen.

Nun sind es noch knapp zwei Monate, bis zur Veröffentlichung von Avengers: Infinity War – ich denke das wird mein kleines Comic-Nerd-Herz wieder genug befeuern. Und solange kann ich mich nur für die schwarze Community über die positiven Kritiken und diese Einspielzahlen (361.000.000 $ am ersten Wochenende) freuen.

Außerdem habe ich die musikalische Untermalung sehr genossen, auch wenn ich nach wie vor nicht so richtig warm mit Kendrick (Lamar) werden will. Keine Ahnung warum, andere nehmen mich halt mehr mit. Ansonsten war der Soundtrack sehr gelungen und ich fand die Single mit SZA auch sehr nice.

Easter Eggs & Co.

Und da ich Black Panther in den Comics nur als Team-Up kennenlernen durfte (weil ich halt mehr Bezüge nach Asgard, zum Punisher oder Deadpool habe), überlasse ich es dem hoch geschätzten Mr. Sunday Movies Euch mit allen Infos zu Easter Eggs und alles weitere Drumherum zu beliefern:

Somit kann ich nur empfehlen noch ins Kino zu gehen, falls Ihr noch nicht drin wart. Aber wer liest sich schon eine Spoiler-Review durch und war noch nicht im Film?

Ansonsten wünsche ich much Fun. Es sei noch gesagt, dass Ihr etwas Zeit mitbringen müsst, ich war in einer Vorstellung um 14 Uhr – es ging ohne Werbung und Trailer direkt los und ich war um 16:30 Uhr  (nach den End-Credit-Scenes, jap, es sind zwei) wieder draußen. Also 2,5 Stunden Screentime.

Aber das bekommt Ihr schon hin.

Bis dahin, alles Gute!