Halloween / Samhain 2018

An manchen Tagen und Nächten ist der Vorhang zwischen den Welten dünner, als gewöhnlich. So berühren sich die Welten stärker als sonst. Eine Zeit zwischen den Welten.

Auch an Samhain lassen sich die Tore leichter aufstoßen.

Mit diesen Worten heiße ich Euch zum diesjährigen Halloween / Samhain Post willkommen. Oben, im Header findet Ihr bereits das Halloween Lights House 2018 meiner Wahl.

Neben weiteren gewohnten Inhalten gehe ich in diesem Jahr auch auf die „Weisheit“ ein, dass Halloween ja nur ein dämliches, amerikanisches Fest ist, um den Verkauf um Erntedank / Sankt Martin anzustoßen. So wollen sie „uns“ wieder die Tradition nehmen und durch Konsum ersetzen.

Dieser Umstand trifft nicht zu. Viel eher ist es so, dass der Tag Allerheiligen lediglich an diesem Termin, dem 01.11. jedes Jahres, liegt, weil die Christen sich einfach nicht mehr zu helfen wussten, wie man den Heiden endlich ihren Totenkult in der Nacht vom 31.10. auf den 01.11. nehmen kann. Also hat man kurzerhand auch ein Fest zum Gedenken der Toten gelegt und so kam Halloween sogar zu seinem Namen. Denn der Abend vor Allerheiligen heißt im englischen „All Hallows‘ Eve“, was dann später zu Halloween wurde.

Doch der Brauch, der zu all der Aufregung führte, lag viel, viel tiefer. Schon die Kelten feierten Samhain und auch wir Heiden, Germanen, Barbaren und Wikinger feierten in dieser Nacht Feste in Gedenken an unsere Ahnen und andere Bewohner der Anderswelt.

In diesem Post widme ich mich diesem Fest, dem Sinn dahinter, sowie Ritualen und Bräuchen.

Halloween / Samhain – Was soll das überhaupt?

Mit Samhain beginnt die dunkle Hälfte eines Jahres. Wie der Morgen im grau beginnt, so beginnt auch ein neues Jahr im Zwielicht. Ein Punkt außerhalb unserer Zeit und doch innerhalb des Jahreskreises. Eine magische Zeit, in der die Ahnen und Bewohner der Anderswelt zu uns reisen können.

Die gewohnte Ordnung zerfließt im Chaos dieser einen Nacht. Und nachdem wir in diesem Jahr auch bereits einen Blutmond bewundern durften, werden wir diesmal noch viel näher an den anderen Welten stehen.

Aus diesem Grund gab es schon bei den Kelten einige Bräuche und Rituale, um den Ahnen zu gedenken, mit ihnen zu feiern, böse Geister, Dämonen und Trolle milde zu stimmen, sowie Feen und Raben zu motivieren weiter zwischen den Welten zu vermitteln.

Samhain ist ebenso ein wichtiger Punkt zwischen Zukunft und Vergangenheit. Man nimmt Abschied von dem, was war und blickt dem entgegen, was kommen wird.

Das alles muss man unter der Gewissheit erkennen, dass die Kelten und die Germanen die Toten nicht fürchteten. Viel mehr haben sie akzeptiert, dass ihre Ahnen nun an einem anderen Ort wohnen und eben nur in dieser Nacht zurückkehren können, um bei ihren Nachkommen zu sein.

Auch unser Bezug zu Wesen aus der Unterwelt war anders, als der in der heutigen Zeit. Oder vielleicht ist er bei anderen noch anders – und wir wollen uns einfach nicht damit abfinden? Mit anders?!

Und dann tanzt man um ein Grab, oder was?!

Nein und ja. Wer weiß schon, wie so manche Sippe vor Anbeginn der zivilisierten Zeit ihren Toten bedacht hat?! Es gibt ja noch immer das Problem, dass wir hier, links vom Rhein um die Zeit partout nichts aufschreiben wollten und die eindeutigsten Erkenntnisse über uns von einem abgesandten Muslim aufgezeichnet wurden. Die Römer hatten zwar was zu uns notiert, doch das, was da vor Varus von uns steht, ist reißerisch und alles, was da nach Varus steht, ist angstverzerrt. Also keine gute Quelle.

Das meiste, was man an Bräuchen zusammentragen kann, stammt also aus ungewissen Quellen. Es häufen sich einige Angaben, somit kann man davon ausgehen, dass das nicht vollkommen an den Haaren herbeigezogen ist. Außerdem ist es so, dass hier zwei Glaubensrichtungen (Kelten / Germanen) und dann auch noch in mehreren Völkern, mehreren Sippen und Ecken und so weiter, miteinander feiern. Wie gefeiert wird, variiert also durchaus und es mag sein, dass mancher Brauch bei mancher Sippe auch derzeit zu Gelächter oder Kopfschütteln geführt hätte.

Und man muss sich vor Augen halten, dass einige Jahre zwischen Kelten und Wikinger vergingen, bis die Christen kamen und das Problem hatten, dass man uns nicht leicht auf Weihnachten umerziehen konnte. Das auch zum Thema: Die Muslime kommen und wollen uns das Land wegnehmen – SELBER!

Samhain Bräuche aus längst vergessener Zeit

  • Mindestens einen Platz an der Abendtafel mehr eindecken, damit die Ahnen am Fest teilnehmen können
  • Essen vor der Tür bereitstellen, für die Ahnen, die es nicht rechtzeitig geschafft haben und um böse Geister und Dämonen zu besänftigen. Entweder Wasser, Brot, Honig und Butter oder ein Teil des Samhain-Abendessen (da hier oft Tiere zuschlagen: Bitte nichts zu scharfes, keine Zwiebeln, Hühnerknochen oder Ähnliches)
  • Ein Hexenbesen wurde zum Schutz vor bösen Geistern vor die Tür gestellt
  • Die Haustür wurde nicht verschlossen und das Haus ansehnlich für die andersweltlichen Besucher hinterlassen. Auch über Nacht wurde ein Gedeck am Tisch zurückgelassen, außerdem Tabak, Whiskey, Met oder andere Gaben, die den Toten mundeten
  • Aus Mehl oder Korn wurde ein Weg vom Grab der Ahnen bis an die Haustür gelegt, damit sie schneller den Weg finden würden
  • Der Kamin wurde vor Samhain ordentlich gesäubert, damit die Seelen der Ahnen keine Schwierigkeiten haben durch den Schornstein hinab zu steigen
  • Am späten Abend verließen die lebendigen Gäste meist das Haus, damit die Ahnen sich der Festtafel und dem Mahl widmen konnten
  • Außerdem wurden Fliegenpilzkaltauszüge, Engelstrompeten oder andere Bewusstseinserweiternden Mittel gereicht, damit man mit den Gästen aus der Anderswelt ins Gespräch kommen konnte
  • Auch Orakelräucherungen wurden durchgeführt um den Kontakt zu den Ahnen zu erleichtern. Heute nutzt man dazu meist Räucherstäbchen.
  • Verkleiden, singen und Gedichte aufsagen im Austausch für Speisen. Die Verkleidung diente dazu, sich vor den in der Dunkelheit umherziehenden Seelen zu verstecken. Als Lampen wurden ausgehöhlte Kürbisse mit Angst einflößenden Gesichtern verziert, um schadenfrohe Geister zu verjagen
  • Eine Kerze wurde ins Fenster gestellt. Das sollte dafür sorgen, dass die Geister der Ahnen sich nicht verirren und den Weg zu einem finden
  • Auf Anhöhen und Hügeln der Umgebung wurden Feuer entzündet, die die Sonne symbolisieren sollten. Die Feuer sollten schützende und reinigende Kräfte freisetzen, sowie die Dunkelheit und Kälte des Winters fernhalten. In einigen Gegenden wurden sogar zwei Feuer nebeneinander entzündet, zwischen denen Mensch und Vieh durch schritten, um die rituelle Reinigung zu verstärken. Auch die Felder wurden mit brennenden Kieferzweigen abgeschritten
  • Die Herdstellen werden vor Einbruch der Dunkelheit gelöscht und mit Kohle des Tlachtga Feuers (von einem irischen Hügel), was durch Druiden ständig brennen gelassen wurde, wieder entfacht
  • Wenn man einen Apfel vor einem Spiegel teilt und isst, erscheint einem die Zukunft im Spiegel
  • Man schälte einen Apfel in einem Stück, so lang, wie die Schale war, war die eigene Lebenserwartung
  • Wenn man die Schale danach in frisches Quellwasser legt, zeigt der Buchstabe, der sich daraus formt, den Anfangsbuchstaben seiner großen Liebe an
  • Paare rösteten Nüsse über der Feuerstelle. Wenn die Nüsse zusammenblieben, würde auch die Beziehung weiter bestehen
  • Eiweiß wurde in Wasser gegossen und daraus die Anzahl angehender Nachkommen gedeutet
  • Die Ernte, die bis Samhain nicht eingeholt wurde, gehörte nun den Puca (Goblins)
  • An Samhain wurde üblicherweise ein Thing (Versammlung) abgehalten
  • Ebenso war es ein guter Zeitpunkt, um mit einem Orakel oder einer Seherin zu sprechen
  • Festlichkeiten wurden oft auf Samhain gelegt, da eben in dieser Nacht Chaos nichts Ungewöhnliches war
  • Später, bereits in christlichen Zeiten, wurden an Samhain auch Hexenfeste abgehalten, da zu dieser Zeit jeder, der nicht voll an Christus glaubte, gleichzeitig eine Hexe / ein Hexer waren.
  • Natürlich wurde an Samhain auch geopfert. Ob bei den Kelten dem Unterweltsgott Cenn Crúach („der blutige Kopf“) oder bei uns Germanen eben Hel
  • „It’s the great Pumpkin, Charlie Brown“ gucken

Das Fliegerass aus dem ersten Weltkrieg steigt wieder auf

Ein großes Ritual in den Hallen von Thrudheim ist nach wie vor „It’s the great Pumpkin, Charlie Brown“ von den Peanuts zu gucken. Jeder, der der englischen Sprache mächtig ist, kann dies sogar für Nüsse bei YouTube machen:

Ein Blick nach YouTube

Und auch in diesem Jahr empfehle ich Euch etwas aus dem Netz, womit man sich ordentlich in Stimmung bringen kann. Es gibt wieder etwas vom Mythen Metzger und das erste Thema zeigt, dass Nahtoderfahrungen nicht immer etwas mit hellem Licht und angenehmen Bildern zu tun haben muss. Es kann auch in die andere Richtung gehen.

Blutrünstige, sexuelle Ausschreitungen. Kenn ich.

Das nächste Thema habe ich gewählt, da es auch bewegtes Bildmaterial gibt und erneut Wesen präsentiert werden, die man so vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hatte.

Was geht bei den Streamern?

Hier bekommt Ihr wieder ein paar Tipps für die schaurig, schönste Nacht des Jahres von Netflix & Amazon Prime.

Netflix

Alien (Film)
Aliens (Film)
Aliens 3 (Film)
Alien vs. Predator (Film)
Event Horizon (Film)
Auslöschung (Film)
The Ritual (Film)
Spuk  – In Hill House –  (Serie)
Stranger Things (Serie)

Amazon

Split (Film)
Sie leben (Film)
Die Nacht der lebenden Toten (Film)
Verfluchtes Amsterdam (Film)
Troll Hunter (Film)
The Terror (Serie)
The Walking Dead (Serie) / Fear the Walking Dead (Serie)

Und damit verabschiede ich Euch auch schon in die Dunkelheit. Lasst Euch nicht vom Troll beißen.

Bis bald!