Super Bowl XL 2016

Und diesmal steht das XL nicht nur für den Event an sich und seiner Ausmaße, sondern es ist der 50. Super Bowl ever. Und trotzdem (oder gerade deswegen) wird dieser Event sicher wieder gewohnt gigantisch, wenn die Denver Broncos auf die Carolina Panthers treffen.

Wie man vielleicht weiß, ist Sport gucken für mich nicht ganz so interessant, wie zum Beispiel verrückte Männer in roten Anzügen. Doch Super Bowl muss. eben weil es nicht nur ein Sport Event ist, es ist ein patriotisches Familienevent mit Musik und Show bis zum wegtacklen.

Halbzeitshow in diesem Jahr?  Sasha Fierce aka Beyoncé Carter aka Beyoncé Knowles, Bruno Mars und Coldplay. Ob wieder zwei Haie mit Stock im Arsch tanzen bleibt jedoch abzuwarten.

30 Sekunden Werbezeit kosten minimum 5 Millionen $ - und dann hat man noch keinen Spot, der die Sportfans in der Halbzeit vom Hocker haut.  Also kann man ungefähr abschätzen, wieviel Asche in dem Event steckt. Massive Paper berichtet HIER sogar von einem Fan, der 21.000,- $ für seine Tickets gegeben hat. Seine Frau weiß bis zu dem ÖFFENTLICHEN FERNSEHINTERVIEW jedoch von nichts.

Dazu explodiert auch noch das Netz. Es scheint, als habe nur Amerika verstanden, wie man wirklich alles aus dem Netz raus holt. Während sich andere Länder eher damit beschäftigen es zu begrenzen und die Amis es ein wenig zu sehr überwachen. Aber scheiß mal drauf, vor allem an diesem Abend. Heute ärger ich mich nicht darüber, dass die NSA vor der Walküre weiß, womit sie am Abend gaumentechnisch verführt wird 😉

Und das haben nicht nur die User verstanden, sondern die Firmen auch. Und auch wenn ich sonst mit den ganzen Großkonzernen auf Kriegsfuß stehe, weil sie entweder Land und Leute ausbeuten oder Dreck produzieren oder aus Raffgier über Leichen gehen. Doch was so Imageopfer können, das ist sich selbst toll darzustellen.

Man muss es ihnen lassen, niemand schafft es so gut Gefühle, Humor, Sex (werden dann aber aus dem Programm genommen), Unterhaltung und so weiter in 30 Sekunden zu packen. Dazu gibt es zu fast jeder Super Bowl Kampagne ein eigenes Hashtag. Wenn man die einen nutzt, kann man etwas gewinnen, bei anderen spendet das Unternehmen Summe X pro Hashtag an Projekt Y.

Was ich im Endeffekt, als Marketingaffiner Wikinger, sinnvoller finde, als die Menschen stur auf irgendwelchen Hotlines bescheuerte Fragen zu beantworten. Ich mein, das gab's schon, als ich Kind war. Wollen wir uns dann mal ein wenig entwickeln? Meine Herren!

Um zu zeigen was ich meine, hab ich mal meine Lieblings-Super-Bowl-XL-Spots in die Playlist oben zusammen gepackt. Dazu geb ich Euch hier meine Best-of-10. 

10. Audi und der alte Astronaut

Gutes Beispiel zum Thema "Gefühle". Ein Audi belebt einen alternden Raumfahrer neu.

9. Amy Schumer und Seth Rogen für die Bud Light Partei

Viele bekannte Gesichter, ein paar gute Gags, dazu ein kühles Bud Light - nicht verkehrt.

8. Der Gouvernator mobilisiert die mobile Truppe

Arnie wirbt für ein neues online Spiel (sicherlich mit In-App-Käufen, hört damit auf, Kanye wird böse) und ich mag Ballerspiele.

7. Colgate tritt allen Softdrink Firmen ordentlich gegen das Knie.

Colgate macht alles richtig. Purrrfect. Wer den Film "Bottled Life" gesehen hat, sich mit der Haltung von Nestle zu Trinkwasser beschäftigt hat oder allgemein einfach weiß, dass Trinkwasser niemals wichtiger war, als zu unserer Zeit, der wird diesen Spot lieben. Denn an anderer Stelle treten mehrere Softdrink Firmen an, um Ihr Getränk an den Mann zu bringen und setzen sich durch Lobbyismus aktiv dafür ein, dass der Bevölkerung Trinkwasser als minderwertig verkauft wird. Und Colgate mach setzt sich für Wasser sparen ein. Nice.
(Nur am Rande oben findet Ihr auch den Budweiser Spot, darin die heiße Helen Mirren und ein Hashtag #GiveADamn - wenn man dieses nutzt, spendet Bud 1$ an Fahrsicherheitsprojekte - und man könnte die Anzahl der Nutzung raus bekommen und Bud auf den Zahn fühlen)

6. Buick ist jetzt anders - der Hund erklärt Euch das

Hunde müssen, ob laufend, oder bellend oder Honda hat sogar einen sprechenden Hund, Hunde müssen. Bei Buick kommen sie sogar im Rudel und klären sich über den neuen Look der Buicks ab.

5. Deadpool himself ist nicht dabei (dazu am Ende mehr)...

...aber - das tolle ist - wer weiß schon wo der aufhört und wo Ryan Reynolds aufhört. Und dann ist noch die Frage: Welcher Ryan Reynolds? Und das ist nicht der einzige Hint zum Merc with a mouth, sein Partner ist nur höher platziert. Doch jetzt erst einmal Ryan. Girls, es wird heiß!

4. Mehr sexy als die Angels geht darf nicht

Whuat?! Ja, ich mein, wer würde nicht jedes einzelne Angel gern im Vollkontakt kennen lernen, aber ein (total bescheuerter, was will man von den Hippies auch verlangen, dann doch lieber Panzer) PETA Spot und ein weiterer Kate Upton Spot haben es in diesem Jahr nicht an der Erotik Zensurhürde vorbei geschafft. Im Header findet Ihr sie aber doch. Und hier der (zeitweise Stop-Motion-Animiert wirkende) Spot der Victorias Secret Angels & Devils.

3. George und Weezy hängen ab

Man kann von Lil Waynes Rap Skillz ja halten was man will. Aber dass der Typ nen Unterhaltungsfaktor hat ist einfach nicht von der Hand zu weisen. Dazu kommt dann noch George Washington mit Burger Buns und Jeff Goldblum fliegt ein - ne wilde Sause.

2. Deadpools Filmkumpel auf Platz 2

T.J. Miller spielt im Deadpool Film den Dude von Deadpool Weasel. Im Spot von Shock Top disst er sich mit dem Maskottchen auf einem Zapfhahn in einer Bar. Beste Unterhaltung 😀

1. Verkleidete, wetzende Dackel

Der doppelte Wortwitz ist schon mal sehr cool. Dackel werden in den Staaten oft als Wiener Dogs bezeichnet, weil sie wie ein Wiener Würstchen aussehen und woraus besteht ein Hot Dog? Aus Brötchen, Ketchup, Gürkchen und Wiener Würstchen. Achtet mal auf den Kleinen dazwischen mit seinen Stummelbeinchen, CUTE!

Eins noch! Wer den kommenden Star am Heldenhimmel beim Super Bowl vermisst, der muss beachten, dass Wadey Wilson wohl eher so sehr auf American Football steht, wie ich auf Fußball. Denn der lässt scheinbar mit einem eigenen Super Bowl Spot auf sich warten und veröffentlichte dafür folgenden Spot in der letzten Woche:

Wuppifornication – Die Götter hassen Euch alle!

Tun die natürlich nicht. Hel vielleicht, aber wer hört schon auf die?!

Eigentlich sollte der Post erst "Funktioniert nicht? WD40 & DUCT-Tape probiert?" und dann "Leidensgenosse #2" heißen. Der erste Leidensgenosse ist Moses Pelham und seine "Geteiltes Leid" Alben-Reihe. Kein Plan ob der Post noch online ist, nach all den Angriffen. Ich hoffe, dass ich spätestens zwischen den Jahren dazu komme die alten Posts wieder einzuspielen.

Und das ist auch einer der wenigen Punkte, die mich von meinem zweiten Leidensgenossen unterscheidet. Ich mach erst Newschool und geh dann Oldschool und er machte erst Oldschool und hat dann (mit ein wenig Überredung) Newschool probiert. Und zwar über einen Blog für das Hell A Magazine.

Ich weiß nicht wie oft ich die Serie nun durch habe, aber Californication ist und bleibt mit Abstand das Beste, was ich an Serie je sehen durfte.

Egal wie im Arsch ich bin, Hank bringt mich wieder auf die Beine. Ich hab keine Ahnung wie viele Schicksalsschläge der Typ in den 7 Staffeln weg gesteckt hat. Auf jeden Fall bringt ihn nichts so schnell aus dem Konzept. Ja, es ist nur eine Serie. Dennoch erkenne ich mich viel zu oft wieder.

Was mir jedoch fehlt, ist diese komplette "Shice drauf" Einstellung, zumindest derzeit. Der Typ verliert die Liebe seines Lebens (mehrfach), er schreibt nach einer langen Blockade (ätzend sowas, als Autor nicht schreiben zu können ist unendlich ätzend, is wie geistiger Samenstau) endlich wieder ein Buch, kauft sich nen neuen 911er und es wird ihm beides am gleichen Abend, kurz nach einem missglückten Antrag an die Liebe seines Lebens, noch gestohlen. Eine Kopie des Buches wird daraufhin durch die Tochter des Neuen seiner großen Liebe unter ihrem Namen veröffentlicht und er kann nichts dagegen tun, da sonst raus kommen würde, dass er mit ihr was hatte, als sie noch minderjährig (was er vorher nicht wusste und auch keiner hätte ahnen können) war. Er überlebt einen erweiterten Selbstmord, verliert einen sehr guten Freund, mit dem er sich nach seinem Tod weiterhin imaginär unterhält und geht trotzdem weiter, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen.

Oder er hat eben einen Schaden genommen und ich auch, so dass es mir nun nicht auffällt und wir beide die gleichen Fragen zu der Welt und ihrer Einwohner im Kopf haben und darüber schreiben können.

Somit haben wir die erste Gemeinsamkeit - wir schreiben beide. Außerdem sind wir scheinbar beide Arschlöcher - warum auch immer. Wir versuchen beide über einen Menschen hinweg zu kommen und das mit reichlich Alkohol und Bettgeschichten. Wir sind gern zynisch, wir machen uns gern über alles mögliche lustig und reißen gern Sprüche.

Auf jeden Fall hab ich den Typ sehr schnell, sehr lieb gewonnen. Sogar so sehr, dass ich mir die 7. Staffel laaaaange aufbewahrt habe, bevor ich ready war die letzten Folgen aus Hank Moodys Leben zu erleben. Egal wo ich einsteige, gib mir 4 Folgen Californication und ich schmunzel wieder, zumindest bis zum nächsten Morgengrauen.

Es ist für mich so unendlich schwer in Worte zu fassen, was die Magie dieser Serie ausmacht. Es sind nicht die ebenso unendlich aufeinander folgenden Frauen, es ist nicht der Alkohol oder Drogenkonsum und es ist auch nicht das schreiben. Es ist eher diese Zeit, die lange Zeit in der Hank versucht ans Glück zu kommen. Und gerade damit steht er sich viel zu oft im Weg, denn für andere Männer sieht es oft so aus, als wäre er der glücklichste Mensch der Welt, so viele Ladies, wie er abschleppt. Doch es geht nicht um die Ladies, die sind, wie der Alkohol, nur Mittel zum Swag.

Der Typ, der "Gott hast uns alle" (ne Ahnung wieso der Post hier so heißt? 😉 ), eins von Hanks Büchern (ziemlich beschissen) verfilmt hat, fasst es so zusammen:

"Weißt Du, wieso ich noch einmal mit Dir zusammen arbeiten wollte? Weil Du, wenn Du Dich nicht grad in narzistischer Verzweiflung suhlst, das seltenste bist, was diese Stadt zu bieten hat. Jemand mit ner gottverdammten Vision."

Eine Walküre hingegen schlußfolgerte:

"Du bist gar nicht in der Lage eine andere Frau zu lieben, während Du so dermaßen in Selbsthass zerfließt"

Ich kann dazu nur sagen, wenn man etwas verliert, was man bedingungslos liebt, dann ist es nicht mehr weit dahin, dass man sich selbst abgrundtief hassen lernt. In der Staffel 6 hab ich kurz gedacht, dass Hank erneut lieben gelernt hat, sich und eine andere Frau als Karen.

"Ich versuch zwar in einem Elfenbeinturm zu wohnen, doch eine Flut von Scheiße schlägt dauernd gegen seine Mauern"

Auf jeden Fall find ich Hank einen liebenswerten Pechvogel. Er rutscht zwar von Scheiße zu Scheiße, bringt aber nie wirklich bewusst uncooles Zeug. Ich mein ja, vielweiberei, Alkohol, Drogen. Für viele "gute" Menschen ist das schon too much. Aber er tritt keine Hunde, verprügelt keine Frauen oder macht anderes Zeug, wo bei mir die Hutschnur hoch geht.

Überzeugt Euch selbst oben im Header oder bei Amazon Prime. Hier unten findet Ihr dazu noch ein paar bewegte Bilder von Hank und dazu Bukowski's "So You Want To Be A Writer", die Zeilen bringen's ziemlich auf den Punkt.

Als nächstes werde ich die restlichen "Upcoming Flicks" Posts nachreichen, doch ein Post zu Hank war schon längst fällig.

Danke für Eure Zeit, soweit!

Passt auf Euch auf!