Tee löst keine Probleme, Bier löst keine Probleme.

Beschwer ich mich oft? Ja!

Beschwer ich mich über anderleuts erste Welt Probleme? Ja!

Sind meine Beschwerden auch oft über eigene erste Welt Probleme? Ja!

Hasse ich Doppelmoral? Ja!

FUCK!

Manchmal ist es nicht einfach. An einem gewissen Punkt vermischen sich Möglichkeiten mit Unmöglichkeiten und Grenzen und Freiheiten springen gegenseitig im Sechseck.

Da wo meine Freiheit aufhört, da fängt Deine Freiheit an, lieber Leser. Und wo Deine Freiheit aufhört, fängt meine Grenze an. Wo unsere Freiheit aufhört, da fängt Sicherheit an. Und dann gibt es einen weiteren Faktor: Nachhaltigkeit.

Wir könnten jetzt darüber diskutieren, wie viele Barrel Öl über den Tisch gehen, damit ein Riot-Cop seinen Plastik-Panzer bekommt, aber den Spaß erlaub ich mir erst im gesetzteren Alter, glaub ich.

Seit Jahren arbeite ich daran, dass ich meine Ansicht zur Sachlage (Gesamt, Welt, Erde, mit Alles, einpacken bitte) so in Worte gefasst bekomme, dass weder meine amerikanischen Freunde, die mir in der Nacht die Twitter Timeline bespielen, vor den Kopf gestoßen sind, noch der grünste, linkste, pazifistische Leser hierzulande.

Das ist schwierig. Ich überlege nun seit gut 4 Jahren und habe manch schwere Zeit durch, nur weil ich selbst definieren musste - was ich Verrückter mir da eigentlich zusammen braue.

Mein Problem ist, dass wir nun 3 große Denkweisen haben (mal abgesehen von Religion, obwohl die ja auch mit rein spielt, njach fuck it - Kinder, es ist kompliziert):

  1. Westliche Welt (Eigenschaften: Ich bin kultiviert, bei mir sind die Straßen sauber, wenn woanders Erdbeeren ganzjährig wachsen, dann kauf ich die auch. Und dafür (und für fabelhafte Fernsehunterhaltung) übersehe ich dann so manchen Genozid oder ausbeuterische Tätigkeiten von Firmen, deren Werbung ich im Fernsehen sehe und die ich konsumiere)
  2. Die letzten Bröckel vom Kommunismus (Eigenschaften: Wir sind brüderlich und teilen. Wenn Nachts ein Polizist vor meiner Tür steht und meine Frau schlägt, weil sie angeblich was gegen "die Partei" gesagt hat, dann tue ich so, als wär das vollkommen normal, denn ich will ja selbst keine geklebt bekommen. Wenn mein Staatsoberhaupt was sagt, dann ist das, das optimalste was man überhaupt sagen kann. Wenn jemand was anderes sagt, ist das schon komisch und ich erkläre mich damit einverstanden, wenn man ihn nachts, ein paar Meter vom Kreml weit weg erschießt und daraufhin ein paar tschetschenische Terroristen als Täter präsentiert. Die wiederum denken sich: Ja, scheiße. Aber, wenn ich jetzt schön gestehe, komme ich nur bis an mein Lebensende in ein Arbeitslager, werde aber nicht direkt getötet. Vielleicht baue ich ja den schönsten Staudamm der Welt mit. Dafür ist aber alles schön gleich und brüderlich)
  3. Das Böse aus dem nahen Osten und allem darunter, vorwiegend Teroristen, die IS, sowas... (Eigenschaften: teilweise angepisst, weil andere mehr haben, teilweise angepisst, weil irgendwer tot ist, teilweise angepisst weil andere vom Öl mehr verdient haben, teilweise nur geil auf HalliGalli, teilweise nur fundamentalistisch, in jedem Fall: Brandgefährlich. Denn wo wir (ihr) einen Papst haben (habt, ich tu jetzt einfach mal so als gehöre ich dazu, keine Religion, ihr wisst schon), haben die... Niemanden. Die haben viele verschiedene, mehr oder weniger intelligente und fähige Prediger. Aber ein Oberhaupt, was wenigstens bei einem Pedo-Skandal empört aussehen kann, gibt es (soweit ich weiß) nicht. Und wo wir ein System entwickelt haben, was anders denkende (außerhalb von Regierungen) verfolgen kann, ist da unten scheinbar Polen offen. Oh, ne... das leider gerade nicht (Flüchtlingstechnisch). Naja, politische Gesinnung: HalliGalli oder was in einem Buch steht, was vor 1000 Jahren geschrieben wurde [aber immer noch aktueller ist, als die anderen Bücher])

Ich kann dazu nur sagen: auch wenn ich nicht so richtig Stolz auf mein Land bin und es mir zeitweise schon peinlich ist hier im geboren zu sein, ist es doch die beste Alternative.

Warum? Naja, zum Beispiel – in meiner Playlist sind ständig 3 Vertreter, die als erstes genannt werden, wenn es um das Thema Amok-Lauf geht. Slipknot, Manson, Eminem. Also, irgendwer erträgt die Prügel und den Hohn und die Ellbogen der Gesellschaft nicht mehr und begeht nicht nur einen Selbstmord, wie er tausendfach stattfindet, sondern dreht am Rad. Ist das cool? Nein! Das ist sogar ziemlich feige und scheiße. Aber, daran ist nicht die Band schuld, die der Typ als letztes gehört hat – die Probleme dafür liegen tiefer und bevor man das als Politiker realisiert, sucht man halt nen Sündenbock (schnell, einfach, Wahlkampfstark).

Und auch wenn wir hier nicht in einem Land leben, was alles TippiToppi handled (weil es das nicht gibt), leben wir in einem Land was (mit ordentlich Spucke in der Hand und Schmalz im Kopf) doch das bisherige System optimieren könnte. Denn unsere Schwierigkeiten sind lächerlich im Vergleich dazu ein paar Menschen zu erklären, dass man Frauen nicht nach einer Vergewaltigung steinigen sollte oder dass die verdammten Zwerge Ai WeiWei in Ruhe lassen sollten, da er „der einzige ist, der sich tief im Herzen wirklich um das Land sorgt.“

Für einen Freak wie mich, für Freaks wie Slipknot, Eminem und Manson ist es die beste Lösung. Sobald die Scheiße hoch kocht oder irgendwer bei seiner Lieblingsnutte nen Hänger hat, kann man mit dem Finger auf uns zeigen. Wenn alles läuft, kommen die Leute und wählen einen. Ist das optimal? Nein. Ist das optimaler als die anderen Alternativen? Ja!

Mag sein, dass Chinesen besonders glücklich sind, aber die Regel „Rettungsmaßnahmen auf der Autobahn sind zu teuer, daher fahren wir nun über Unfallopfer, bis sie auch wirklich tot sind“ kann so doch nicht wirklich deren Ernst sein 

Es gibt sehr viele Indikatoren in den letzten Jahren, die ich auf diesem Planeten verbringen durfte, die darauf hin deuteten, dass da drüben nicht alles so cool ist, wie man es uns verkaufen möchte. Ich versteh nicht, wieso man zu einer Wahl von nur einer Partei gehen muss oder wieso Leute eingesperrt werden, die viel Geld ins Land bringen, weil sie angeblich gegen die Regierung sind. Politkovskaya und andere Menschen, die Fragen stellen, kommen dort irgendwie oft auf zweifelhafte Weisen ums Leben.

Wer China beispielsweise verstehen will, der muss sich nur die Doku zu zuvor erwähnten (und genialen) Ai WeiWei - „Never Sorry“ ansehen.

Das sind alles Indizien für mich, dass ich lieber die Probleme (wie zum Beispiel Ausbeutung und Überfluss) in meinem System angehe, bevor ich mich in ein System flüchte, in dem ich nicht mehr frei schreiben kann was ich denke. Ja, das tut mir auch nicht immer gut, hier frei zu schreiben was ich denke. Aber ich muss nicht all zu sehr darüber nachdenken erschossen zu werden, nur weil ich einen Nerv treffe.

Wieso ich noch lieber Reformiere als Umfirmiere? Wie man eventuell mitbekommen haben mag, bin ich kein Mensch (Punkt), der gerne in die Kirche geht (zumindest nicht, wenn man spontane Selbstentzündung vermeiden mag). Das kommt daher, weil ich eine scheiße alte Religion wieder entdeckt habe, die von „Reformieren, statt Umfirmieren“ ein Liedchen singen kann.

Die Germanen waren wirklich nicht das friedliebendste Völkchen, doch das hat sie letztendlich davor bewahrt, dass Helgoland jetzt wie Köln aussieht. Die Römer haben es mit lustiger Koexistenz probiert, das ist 9 n.Lattenjupp dann in der Varusschlacht gegipfelt und danach hatten wir Ruhe, zumindest was DIESE Sandalen-Dudes anging.

Wenn wir jedoch ein starkes, kriegerisches (arbeit war nicht gern gesehen, denn das hieß, dass man zu blöd zum kämpfen ist) Volk waren, was hat uns dann zu Fall gebracht? DIE Geschichte ist gut.

Scheinbar ging es als erstes dem schwachen Geschlecht auf den Sack, dass wir ständig zur See fuhren und brandschatzten. Oder halt untereinander brandschatzten. Daher sind unsere Ladies dem ganzen „Achte Deinen Nächsten“ und „Barmherzigkeits“ Blödsinn als erstes auf den Leim gegangen. Und nach und nach hat sich das Christentum über die germanischen Schlafgemächer ausgebreitet.

Und kurz nachdem der Break-Even-Point an Gläubigen erreicht wurde, wurde uns schnell bewusst, dass die Ladies da scheiße gebaut hatten. Denn nun durften wir ins viel zu heiße Jerusalem und heilige Orte reinigen. Dafür konnten wir dann auch wieder brandschatzen. Sau geil!

Jedoch begann irgendwann die kirchliche Idee, dass man ja Ketzer und Ungläubige, die übrig geblieben sind einfach jagen könnte. Und Hexen auch. Somit haben wir dann ziemlich schnell bemerkt, wie barmherzig ein paar Priester sind, wenn SIE ihren Einfluss gefährdet sehen.

Auch die Ladies waren nicht lang entzückt von der Geschichte, so waren sie doch unter den Germanen geachteter als mancher Gott himself (Loki). Und in den anderen Religionen passierte so ziemlich genau das gleiche wie mit den Priestern – das Bild der Frau wurde ordentlich herabgesetzt (was die Bibel noch an Spielraum ließ), damit die Männer sich nicht so sehr bedroht von ihren Frauen sahen. Wie verflucht barmherzig.

Man muss sich immer fragen: „möchte ich eine Lösung für das Problem finden?“ oder „möchte ich etwas sagen, damit die meisten meiner Meinung sind und mich gut finden?“ daher kann Politik, so wie sie bei uns läuft, gar nicht funktionieren. Erzählt man dem Volk nun einen vom Pferd und hält sich bei Lösungen, die schief gehen könnten, kurz oder gibt man ihnen ständig die Wahrheit und arbeitet unter Volllast an Lösungen (mit dem Risiko, dass es Stimmen kostet?).

Es ist ca. 8 Jahre her, als ich mich erstmals mit dem Problem des demografischen Wandels beschäftigt habe. Und seitdem wartete ich darauf, dass unsere Politiker sich was einfallen lassen würden. Ich mein, die Aufgabe ist simpel: Wir werden immer älter. Wenn wir nicht immer älter werden wollen, brauchen wir mehr Neugeborene.

Lösung: Wir müssten die Situation so verändern, dass es für junge Leute attraktiver wird „Mommy & Daddy“ zu werden.

Aber wie will man das machen, wenn man sein Studium oder sich selbst finanzieren muss und sowieso ständig am Abgrund grindet? Mir würden sicher zahlreiche Zahnräder einfallen, die man besser eingestellt bekommt, damit sich junge Leute dazu entscheiden unsere Zukunft zu sichern.

Wann kam der erste (schlecht erkennbare) Lösungsansatz für das Problem? Letztes Jahr – die Flüchtlingskrise. Denn wer es schafft mehrere 1.000 Kilometer zurück zu legen, der dürfte noch gut genug im Saft stehen, um hier Fuß zu fassen, ein Einkommen zu erzeugen und damit unser Rentensystem zu stabilisieren.

Ich persönlich bin jetzt nicht besonders sicherer damit ein Kind auf die Welt zu bringen, da ich nicht daran glaube, dass ich mein Kind dann auch lang genug familiär erleben könnte. Beziehungen halten einfach nicht mehr. Ich hatte mich mal in einem Post damit befasst und die These aufgestellt, dass wir durch unsere heutigen Kommunikationsformen einfach viel mehr Alternativen haben, als Oma und Opa vor 80 Jahren.

Aber wir hätten auch Möglichkeiten das Problem weiter anzupacken. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt, falls Ihr mich braucht. Ihr wisst wo Ihr mich findet.

Wieso glaube ich noch an die freie Marktwirtschaft? Wegen alles! Turtles, Jeeps, Playstations, Sexspielzeugs, iPods. Wieso gibt’s das alles? Weil es genug Leute gab/gibt, die drauf stehen und es haben wollen.

Denken wir mal zurück an DDR Zeiten, hatten die Autos? Ja! Wieviele? 2 – nen Wartburg oder nen Trabbi. Wieso? Weil die Regierung der Meinung war – dass das reicht. Sexy, huh?

Wir hatten Videorekorder und Mobiltelefone und Walkmans – die waren froh, wenn sie mal ne Stones Platte zu Gesicht, geschweige denn zu Gehör bekamen.

Ich mein, es muss ja nicht sein, dass das alles verschwindet, nur weil wir Angst haben, dass wir niemals unsere Superreichen oder Lobbyismus oder den Industriellen-Militärischen-Komplex in den Griff bekommen.

Und Gleichheit finde ich auch nur in gewisser Weise sinnvoll. Chancengleichheit, ja. Aber wenn ich die Woche 95 Stunden arbeite und mein Nachbar lieber nur 20 Stunden arbeitet, dann fänd ich eine gleiche Bezahlung ziemlich scheiße. Genauso fänd ich es aber scheiße, wenn ich dafür 100.000 € bekomme und er nur 850,- €. Ihr seht, eigentlich gar nicht so schwer. Problem ist nur, dass wir alles so dermaßen komplexisiert und bürokratisiert haben, dass kein Mensch auf Anhieb sagen kann, wo wir den Presslufthammer ansetzen müssen.

Alles was ich persönlich weiß ist, es ist nicht gut. Und es geht durchaus besser. Aber wenn wir nun, nach 70 Jahren auf die Idee kommen „Hey, Russland ist doch nicht soooo schlecht!“, dann fänd ich die letzten 70 Jahre amerikanische Geschichte gar nicht so schlimm, wenn man beachtet, dass die mal in Scharen an einem französischen Strand für uns drauf gegangen sind.  

Ich könnt sicher ne ganze Menge Zeug erzählen, damit man mich mehr mag. Aber irgendwas in mir sagt mir – dass ich dafür nicht hier bin. Und etwas anderes in mir sagt – dass an so einem Blödsinn eventuell eins unserer Probleme kleben könnte.

Raus aus dem Wunderland – zurück in die Realität. Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien, weniger Staat, mehr Mensch, alles cool. Doch bitte nicht vergessen, dass nicht alle Menschen auf dieser Welt unsere Freunde werden möchten. Ein Beispiel? Schreibt grad!

Ich könnte aus dem Stand 10 Leute aus dieser Welt aufzählen, bevor ich die als Freund akzeptiere, hau ich mir eher nen Nagel ins Auge. Und ich könnte den ganzen Tag lang aufzählen, wo unsere Probleme sind, zwischenmenschlich, außenpolitisch, innenpolitisch, usw. Doch ich möchte das nicht mehr. Ich hab genug eigene Probleme und ich schreibe mir hier schon die Finger wund. Mit dem Ergebnis, dass jemand sauer auf mich ist, weil Ihr das hier auch noch alle lest.

Ach übrigens – ganz Pfiffige meinen, dass nur Liebe uns heilen könnte. Dazu kann ich nur sagen, es mag mit meinem kaputten Verhältnis zum Glück zusammenhängen, aber geheilt hat mich die Liebe nicht. Eher ganz im Gegenteil. Es mag aber auch sein, dass ich im Grunde keine Ahnung habe. Aber ungewöhnlich wäre es schon 😉

Macht Euch nicht verrückt. Was die meisten vergessen ist, dass wir die Zukunft sind und somit haben wir auch ein Mitspracherecht, wie diese aussehen soll. Ob aktiv oder passiv, denn auch durch warten verändert sich die Welt.

Passt auf Euch auf. Danke dass Ihr hier wart.

Auf ein turbulentes Jahr!

 

Cheers!

P.S.: Was mich amüsiert: Hippies, die Feldsalat mit Biodressing und ne Müller-Milch kaufen 😀

Mo‘ Money, Mo‘ Problems. Mo‘ Engagement, Mo‘ Verrückte.

Diese Welt ist kaputt.

Und lange habe ich angenommen, man könne sie noch gemeinsam retten. Mittlerweile glaube ich, dass es einfacher ist einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu buchsieren, als dieser Welt noch einmal Frieden geben zu können.

Warum?

Es ist natürlich schwer dies in ein paar Zeilen so zu verpacken, dass jeder Aspekt beleuchtet wurde und das so vollumfassend, dass kein Mensch einen noch fehlinterpretieren kann. Und da sind wir auch schon beim ersten Punkt.

Menschen. Menschen sind ganz komisch drauf. Ich habe die These aufgestellt, dass man mit 10% super arbeiten (oder was auch immer) kann. 90% sind ganz einfach durch. Die Menschen gehen auf Friedensdemos, aber nur um was zu erleben, zusammen zu sein, was zu tun zu haben, sobald sie am Abend wieder mit dem Tablet auf der Couch sitzen, hetzen sie wieder gegen alles und jeden, was nicht in ihr eigenes Schema passt.

Oberflächlich zusammen rum rennen und Transparente hoch halten geht, jemanden mit einem anderen Stil, einer anderen Einstellung, anderem Erfolg oder mehr Intellekt akzeptieren? NEIN!

Man kann mit manchen zusammen sitzen und sich Woche für Woche tolle Ideen anhören, wenn man aber irgendwann mal eine Handlung dazu sehen möchte, ist man sowas wie der Clown aus ES, Pennywise.

Solange man mit läuft, mit lacht, Substanzen konsumiert und die Fresse hält – ist man everybodys Darling. Doch ab dem Punkt, an dem man seine Rede- und Meinungsfreiheit beansprucht, spürt man glühende Blicke auf der Haut.

Und das ist sehr imposant, sie rennen herum und fordern Dinge, die sie selbst nicht im Ansatz erfüllen können. Und dazu beschneiden sie sich gegenseitig noch Grundrechte, weil der, der seine Meinung kund tut eben nicht durch das Gesetz geschützt wird, sondern auf sich selbst gestellt ist.

Ich möchte wirklich nicht, dass sich irgendjemand angesprochen fühlt, den ich nun nicht im Hinterkopf habe. Denn wie gesagt, es gibt wirklich viele Menschen, die ich durchgehend knuffen könnte, weil sie toll sind. Aber der Großteil ist halt ein manipulativer, lobbyistischer Haufen, der sich scheiße wichtig nimmt, keine konstruktive Kritik abkann (und damit mein ich kein stumpfes rum gefronte wie: „Der Nagel ist nicht richtig drin“ oder „Die Follower-Danksagung ist gar nicht als Mention verfasst“ – da kann man ruhig mal sagen: Jaaaaaa, spring halt vom Dach, Du Clown!) und generell mit anderen Ansichten nicht umgehen kann. Und wehe, wehe, man hat irgendwo mehr Skillz als der andere oder prangert „bis vor die Haustür Denken“ an – dann ist vorbei.

Seitdem ich schreibe und seitdem ich mich aktiv an einer Verbesserung der derzeitigen Situation beteiligen möchte, befasse ich mich zu 80% damit mit irgendwem zu diskutieren, mir Gefronte anzutun oder mich persönlich angreifen zu lassen. Ich mein, what the Fuck? Haben die Medien uns in all den Jahren wirklich so verwirrt, dass das eigene Ansehen wichtiger ist, als das große Ganze?

Ich mein, wie sinnvoll ist ein kulturelles Projekt, in dem nur eine Gruppe definieren und showcasen darf, was Kultur ist?

Bei Twitter war ich bei manchen Menschen unten durch, lediglich durch den Umstand, dass ich HipHop höre und eben nicht aus einem Vorzeige-Umfeld komme und eben nicht den golden Löffel genossen habe. Woanders höre ich den Satz: „Wir dürfen aber keine CDU Wähler hier rein lassen“ und darf mir dann ein halbes Jahr ansehen, wie diese Person und ihr Umfeld bestimmt welche Veranstaltungen passieren dürfen und welche nicht. Also sozial und solidarisch ist das nicht.

Die meiste Zeit verbringe ich damit, nachdem ich den Gedanken über Bord geworfen habe, dass es sich nicht geziemt, wenn man von der Blödheit mancher Menschen ausgeht, mir klar zu werden wieeeeeee dämlich manche Menschen sind. Beispiel: Ich frage mehrfach per Mail an, wer ein Gremium zusammen gestellt hat, wer die Skillz prüft und wo man sich dazu bewerben kann – keine Antwort. NICHT. EIN. MAL. Mal bin ich Teil der Gruppe, mal wieder nicht. Aber an dem Punkt, an dem eine Aktion nach hinten los geht, die man aufgrund eben dieser fehlenden Skillz verpatzt hat, kann man zusehen, wie diejenigen, die zuvor noch ihre Position nicht mal hinterfragen lassen wollten, nach einem Schuldigen suchen. Denn – man selbst kann ja gar nicht Schuld sein. UNMÖGLICH! Das muss irgendwer anders verpatzt haben.

Anderes Beispiel: Ich habe mit Twitter gleichzeitig mit dem großen, unvergleichlichen, herzensguten und vollkommen swaggy @t5a angefangen. Er hat mittlerweile Ü7000 Follower, ich dümpel irgendwo bei 1300 rum. Wir hatten auch nebenbei (nicht öffentlichen Kontakt) und wir sind nach wie vor cool miteinander. Woher kommt das?!

Wieso kann ich damit umgehen, dass er mehr als 5x mehr Follower hat, ohne Neid zu entwickeln und wieso kann er noch so down mit mir quatschen? Ganz einfach: Wir verstehen uns. Ich mag ihn und ich mag auch weitere Leute, die wesentlich mehr Follower haben. Doch ab dem Punkt, an dem ich selbst die 1000er Marke überschritten hatte – änderte sich vieles. Und nun ratet mal, wer mich darauf vorbereitet hat? Genau! @t5a. Vor ca. 4 oder 5 Jahren hat er mir bereits gesteckt, wie sehr sich alles plötzlich verändert. Und das ist wirklich beachtlich.

Meine erste Erfahrung mit Menschen, die ein komplettes Problem mit mir haben, war meine Juso Zeit. Mit 19 dachte ich mir bereits: Hey, wieso beschwert sich jeder, dass Wuppertal so dreckig ist, aber da wo wir Fußball spielen und kiffen, hängt im Umkreis von 3km nicht ein Mülleimer – ist doch dämlich! Also habe ich mich politisch angagieren wollen, damit sich sowas ändert. Aber irgendwie… war das nicht der richtige Weg. Ich hätte womöglich eher unserem Bundestagsabgeordneten schreiben sollen, das wären 30 Minuten Arbeit gewesen und ich hätte Ruhe gehabt und etwas getan.

NEIN! Ich musste mich Woche für Woche mit 17jährigen im Anzug zusammen setzen, die scheinbar von Mutti und Vati geschickt wurden und dann stundenlange Reden über außenpolitische Themen anhören. Nach 3 Wochen war ich in einem Streit zwischen Vorsitz und Mitgliedern gefangen, konnte selbst kein Fehlverhalten des Vorsitzes erkennen und habe daher deren Seite eingenommen – denn der Vorsitz wurde ja irgendwann mal gewählt – falsch gewählt? Dann heul nicht rum und mach Deinen Job, Sozi-Punk!

Und schon war ich in einem Strudel von Menschen, die scheinbar zu viel Freizeit haben. Und Mülleimer – hängen da oben bis heute nicht. Aber ich war auf ner Menge Demos – entschuldigung, aber wie schwachsinnig ist das denn alles?

Als nächstes war ich im Betriebsrat eines früheren Unternehmens der Buh-Mann. Aus so ziemlich den gleichen Gründen. Wir wählen einen Vorsitz. Der Vorsitz sagt: Yo, das Betriebsratsbüro ist nicht dazu da um Kaffee zu trinken und youtube zu checken, die Mitarbeiter werfen uns das doch sowieso schon vor! UUUUND wieder fing ein Krieg an. Es ist unfassbar, die Shice wiederholt sich nun zum dritten Mal. Eine Gruppe Abpimmler stellt sich gegen ein paar Leute, die was reißen wollen und das geht scheinbar ewig so weiter.

Ich wäre wirklich überaus verblüfft, wenn diejenigen mal nicht eine Gruppe bilden würden um sich einfach bestätigter zu fühlen, sondern sich selbst und ihr eigenes Beitragen zu hinterfragen – kannste knicken. Und aus diesem Grund, ist für mich der Ruf nach Weltfrieden für mich reine Belustigung.

Das ist kein Arschlochtum, das ist Erfahrung. Die Menschen werden ihr eigenes Handeln nicht überdenken, solange sie Gruppen schließen können um schlagkräftiger zu sein. Doch am Ende, ist der mit der Moral-Frage noch immer der mächtigste gewesen.

Mein Problem ist: Ich will gar kein Teil einer Gruppe sein, außer die Gruppe bringt allen was und ist nicht nur dazu da um sich irgendwie zu legitimieren. Natürlich würd ich gern Teil einer Gruppe sein, in der sich jeder einbringen und helfen kann, in der man zusammen was schafft und die Erfolge dann zusammen feiert. Aber die meiste Zeit ist es einfach nur eine Front gegen etwas, was einem nicht passt. Und an dem Punkt muss man sich fragen – wie brechen wohl Kriege aus? Und wieso wünscht Ihr Euch Frieden?!

Und der Kracher ist – ich hätte mir eine Menge Nervenschwund und Ärger ersparen können, wenn ich vor 14 Jahren einfach nur ein paar Mülleimer gekauft und angeschraubt hätte – aber nein, ich wollte den richtigen Weg gehen – tolle Idee, Vollidiot.

Andererseits… In manchen Fällen kann ich nicht einfach gehen, denn ich frage mich, wenn ich hier derart in Ärger gerate, dass es mir den letzten Nerv raubt, wie ergeht es dann zum Beispiel der zierlichen Walküre hier, die manchmal neben mir liegt? Und aus dem Grund verbeiße ich mich dann zuweilen gern mal in sowas.

Wenn alle Stricke reißen, kann man sich ja bewusst werden, dass man ja eigentlich das große Arschloch ist und zurück zur Straßenpolitik kommen 🙂

Tut mir, Euch und Eurer Umwelt einen Gefallen: Nehmt Euch nicht so wichtig und überdenkt Euch hin und wieder mal, bevor ihr irgendwelchen Leuten das Leben schwer macht. Und vor allem: überlegt Euch, ob Ihr wirklich für Frieden seid, wenn Ihr im Endeffekt doch nur auf Fame & Cash aus seid – denn am Ende kommt doch irgendwann die Frage nach der Glaubwürdigkeit auf.

Ich hab mir über die Jahre wenig Freunde gemacht, doch die Freunde die ich habe, sind der Grund, dass ich noch da bin. Ich hab keinen Ansporn mit jedem cool zu sein, stimmt schon. Ich will auch nicht gewählt werden. Ich will einfach nur hin und wieder meine Meinung zu einem Thema los werden.

Und, mal ehrlich – man könnte mich doch auch wirklich nur als einen Spaßt abtun, doch der Umstand, dass man immer weiter hetzt, muss doch bedeuten, dass ich irgendwelche richtigen Ansätze habe, die irgendwo sauer aufstoßen.

Im Endeffekt kann ich nur weiter an mir arbeiten und besser werden.

Und wer sich nicht die Mühe machen mag mich kennen zu lernen, der kann sich gern über mich erzählen lassen was er mag. Was ich darüber denke dürfte klar sein 😉

Kurze Anmerkung am Rande, kurz vor Abschluß dieses Posts kam der kongeniale Mr. Pitch78 mit einem Track aus Tash, der einfach nur purrrrfect zu diesem Post passte. #OneLove Dicker! Btw, der Kerl ist bald öfter in Videos aus dem Tal zu sehen als die Schwebebahn <3 Und das freut mich, ich kannte ihn erst aus Videos und dann haben wir uns erst kennen gelernt und er ist einer der 10%, die ich gerne in den letzten Jahren kennen gelernt habe. Wirklich, würglich gern 🙂

Und damit bin ich raus!

Nur ein Zitat aus dem oben zu sehenden Video noch: „Und Ihr macht weiterhin Probleme, wo eigentlich keine sind!“

Peace out!