Something’s in the Bush

Und damit mein ich nicht die bunte Knete, die George W. zwischen den Ohren hat.

Manchmal verhalten Menschen sich komisch. Entweder sie sind plötzlich überfreundlich oder stellen ungewöhnliche Fragen oder sagen, dass sie sich melden und selbst wenn man sie noch 2x anschreibt, bleibt eine Antwort aus.

Das Blöde ist, ich kann so was meist nicht nur erkennen, sondern auch 1 und 1 zusammen zählen. Das mag zuweilen eindrucksvoll sein. Menschen machen ein ganz komisches Gesicht, wenn man sie nach Geheimnissen fragt, die sie eigentlich vor einem im Verborgenen lassen wollten.

Ich kann da nichts für. Ich bin nur der überdimensionierte Freak, der damit „leben“ muss, dass er so was im Gefühl hat.

Die meiste Zeit habe ich wirklich keine Ahnung, was so mancher Mensch in meinem Umfeld so treibt und vor allem wieso?! Nicht jeder scheint wirklich eine Strategie zu haben, doch stumpfes Rumgefronte hat bisher noch niemanden einen Blumentopf gewinnen lassen. Ich habe bereits so viele Komplotte aufgedeckt, bevor sie überhaupt ausgetragen werden konnten, dass ich schon ziemlich creepy für manchen erscheinen mag.

Aber das ist mir (die meiste Zeit) egal. Weil zu selten jemand zu diesen Leuten gehört, der mir WIRKLICH was bedeutet. Und wenn, dann muss man auch da drüber stehen, irgendwie.

Alles was ich sagen kann ist, dass meine Erfolgsquote ebenso eindrucksvoll ist. Ich brauch niemanden irgendwo hin zu schicken, dass er jemanden aushorcht oder provoziert oder in anderer Weise beeinflusst.

Ich muss mit niemandem über irgendwen reden um an Infos zu kommen. Man muss sich die Menschen nur ansehen und ihnen zuhören. Das reicht schon um an Punkte zu kommen, auf die man aufpassen muss. Menschen machen so was. Sie rangeln, rivalisieren, kämpfen, gehen sich gegenseitig auf den Sack und fordern Frieden.

Man selbst ist der Verrückte, wenn man damit nichts am Hut haben will und aus berechtigten Gründen daran zweifelt, dass die Menschen neurobiologisch zu friedlichem Verhalten fähig sind. Sie brauchen den Beef, das Drama, die Rangeleien. Ich brauch das nicht, denn immer wenn ich in so was einsteige, bin ich sofort der böse Mann. Alles cool. Ist nicht mein erstes Jahr hier.

Menschen, die wenige Argumente für etwas oder sich haben, die haben immer eins gegen Dich. Und sie finden immer arme Seelen, die ihnen zuhören und ihre Geschichten abkaufen. Damit muss man umkommen.

Wenn sie das unterhält, belustigt oder weiter bringt, dann bitte. Aber man darf mir auch nicht böse sein, dass ich darauf wenig Lust habe und das offen zeige. Ich mein, worum geht’s denn? Etwas zu schaffen, zu verändern, positiv zu beeinflussen, zu beleben, zum umdenken zu bewegen? Oder darum, dass einen jeder für nen tollen Hecht / eine tolle Hechtin hält? Nah, wieso frag ich eigentlich?!

Wenn mich keiner auf der Arschloch-Liste hätte, dann hätte ich den Finger nie in die richtigen Wunden gelegt. Wenn ich für jeden der Spaßkasper wäre, dann würde man mich sicher öfter um Platz im Blog bitten und dann doch hängen lassen.

Und das ist der Punkt. In den meisten Fällen, wenn ich mich richtig über jemanden aufrege, muss ich nur eine Runde durch die Wälder streifen um wieder auf die ausschlaggebende Frage zu kommen: „Bringt es mir was, wenn ich mich weiter darüber aufrege?“ Und meist lautet die Antwort: NEIN!

Die meiste Zeit reg ich mich über Shice auf, der eigentlich gar nicht mein Shice ist. Ich könnte nen Strich drunter ziehen, nach Hause gehen, duschen, was kochen und es mir gut gehen lassen. Aber nein, ich setz mich irgendwo hin und lass mir auf die Kirsche gehen.

Aber ich lerne ja auch daraus. Ich muss mich mehr um meinen Shice kümmern, wenn andere Hilfe brauchen, werden sie sich schon melden. Und wenn nicht „Thanks, for Odins Sake“!

Zwei Beispiele:

a) Jemand sagt mir, dass er gerne bei einem Projekt mit macht und meldet sich dann nicht mehr, man rennt ihm/ihr tagelang hinterher.

Wieso? Vielleicht ist da draußen jemand, der sich wirklich freut mit machen zu können und somit vergeudet man nicht nur Energie, sondern auch Zeit, in der man jemand anderes Lächeln lassen könnte.

b) Ich will meine Projekte im RL abbilden und eine Location spielt lieber Affentheater mit einem, anstatt klare Worte zu sprechen.

Wieso? Vielleicht gibt es ja eine andere Location, die sich das nicht erlauben kann und sich sogar über Publicity und Programm freut. Man verschwendet wieder Energie um etwas zu schaffen, gegen ein paar Menschen, die mit IRGENDWAS (mir, dem Programm, dem Internet, sich selbst) ein Problem haben und verweigert damit einer anderen Location ein nettes Programm.

Also muss man sich einfach öfter mal besinnen, was man denn nun will. Und in den meisten Fällen sollte man sich überlegen, ob es nicht andere Wege gibt um ans Ziel zu kommen und vielleicht um jemandem eine Freude zu machen.

Ich beschäftige mich zu viel mit Bullshit. Lügen, Geheuchel, Gestichel, Image- und Ego-Probleme, Fame-Neid und – Geilheit. Und all den Shice hab ich eigentlich gefressen. Zur genüge. Wie Five Finger Death Punch meinen: „I’m Under and Over it!”

Wenn man es nicht hin bekommt Differenzen durch ein direktes Gespräch zu klären, weil einem die Nüsschen dazu fehlen und man lieber das Äffchen machen will. Bitte.

Aber vielleicht ist genau diese generelle Abgrenzung von solch einem Schwachsinn das, was mich ausmacht. Oder das, was mich zu so einem überdimensionierten Freak hat werden lassen.

Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer bezaubernden, jungen Dame. Diese meinte so etwas wie: „Es ist immer das Gleiche mit Dir, sobald Du merkst, dass Dich jemand gern haben könnte, machst Du zu und stößt einen weg.“ Ja, denn vielleicht bin ich genau dann verletzlich, wenn ich jemanden mag und der mich auch mag.

Vielleicht waren es genau diese Momente, die mich so getroffen haben, dass ich keinen Sinn mehr darin sehe, dass man ständig irgendwo in Beef rein gezogen wird, nur um nachher der böse Mann zu sein.

Werte sind hier nicht mehr so gern gesehen, wenn man etwas nicht für Geld oder Fame, sondern aus Überzeugung tut, hat man für 80% schon einen an der Glocke. Für mich ist das anders herum. Wenn jemand etwas tut, nur damit sich jemand freut oder damit es irgendwo reibungsloser läuft, dann darf der sich noch dem Gram der Geier aussetzen lassen. Doch mehr Punkte sammeln kann man bei mir nicht.

Im letzten Post habe ich ja bereits beschrieben, wie komisch es für mich ist, wenn alle (außer mir) über irgendwas Bescheid wissen, was man dann Einzelpersonen nach und nach aus der Nase ziehen muss. Ich weiß nicht wie oft ich in letzter Zeit das Gefühl hatte, dass ein direktes Gespräch angenehmer wäre, als ein andauernder Eiertanz.

Ich muss nicht überall mitarbeiten.

Ich muss nicht jeden als Freund haben.

Was ich jedoch muss, ist mich öfter fragen, was es bringt, wenn man seine Nerven, seinen Ruf (ahahahhahhahahhaaaaa, tschuldigung!) und seine Zeit in etwas investiert, was vielleicht auch woanders und sogar besser funktionieren würde. Und da muss man sich eventuell auch nicht verarscht fühlen oder um irgendwas kämpfen oder mit irgendwem diskutieren.

Ich hab manchmal einfach keinen Plan mehr, wieso ich das alles mache.

In den meisten Fällen ist es scheißegal, ob ich mich um Kopf und Kragen arbeite und ärgere oder einfach von 8 – 17 Uhr irgendwo sitze, (wie alle) nur 60% meiner Leistung bringe und den Rest des Tages Welpen knuddel. Vollkommen Hupe. Klar, da wird es auch wieder Menschen mit Problemen geben, aber die haben den gleichen Arbeitsvertrag wie ich und ich hab somit ne ziemlich genaue Grundlage, wie ich damit umzugehen habe.

Man lernt niemals aus. Und so legt man seine Karten neu und plant Rettungsboote ein. Am besten weit, weit weg, von all dem Dreck.

Bis dahin schreib ich Euch weiter eins um die Ohren.

Danke für Euren Besuch <3

Wuppifornication – Die Götter hassen Euch alle!

Tun die natürlich nicht. Hel vielleicht, aber wer hört schon auf die?!

Eigentlich sollte der Post erst "Funktioniert nicht? WD40 & DUCT-Tape probiert?" und dann "Leidensgenosse #2" heißen. Der erste Leidensgenosse ist Moses Pelham und seine "Geteiltes Leid" Alben-Reihe. Kein Plan ob der Post noch online ist, nach all den Angriffen. Ich hoffe, dass ich spätestens zwischen den Jahren dazu komme die alten Posts wieder einzuspielen.

Und das ist auch einer der wenigen Punkte, die mich von meinem zweiten Leidensgenossen unterscheidet. Ich mach erst Newschool und geh dann Oldschool und er machte erst Oldschool und hat dann (mit ein wenig Überredung) Newschool probiert. Und zwar über einen Blog für das Hell A Magazine.

Ich weiß nicht wie oft ich die Serie nun durch habe, aber Californication ist und bleibt mit Abstand das Beste, was ich an Serie je sehen durfte.

Egal wie im Arsch ich bin, Hank bringt mich wieder auf die Beine. Ich hab keine Ahnung wie viele Schicksalsschläge der Typ in den 7 Staffeln weg gesteckt hat. Auf jeden Fall bringt ihn nichts so schnell aus dem Konzept. Ja, es ist nur eine Serie. Dennoch erkenne ich mich viel zu oft wieder.

Was mir jedoch fehlt, ist diese komplette "Shice drauf" Einstellung, zumindest derzeit. Der Typ verliert die Liebe seines Lebens (mehrfach), er schreibt nach einer langen Blockade (ätzend sowas, als Autor nicht schreiben zu können ist unendlich ätzend, is wie geistiger Samenstau) endlich wieder ein Buch, kauft sich nen neuen 911er und es wird ihm beides am gleichen Abend, kurz nach einem missglückten Antrag an die Liebe seines Lebens, noch gestohlen. Eine Kopie des Buches wird daraufhin durch die Tochter des Neuen seiner großen Liebe unter ihrem Namen veröffentlicht und er kann nichts dagegen tun, da sonst raus kommen würde, dass er mit ihr was hatte, als sie noch minderjährig (was er vorher nicht wusste und auch keiner hätte ahnen können) war. Er überlebt einen erweiterten Selbstmord, verliert einen sehr guten Freund, mit dem er sich nach seinem Tod weiterhin imaginär unterhält und geht trotzdem weiter, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen.

Oder er hat eben einen Schaden genommen und ich auch, so dass es mir nun nicht auffällt und wir beide die gleichen Fragen zu der Welt und ihrer Einwohner im Kopf haben und darüber schreiben können.

Somit haben wir die erste Gemeinsamkeit - wir schreiben beide. Außerdem sind wir scheinbar beide Arschlöcher - warum auch immer. Wir versuchen beide über einen Menschen hinweg zu kommen und das mit reichlich Alkohol und Bettgeschichten. Wir sind gern zynisch, wir machen uns gern über alles mögliche lustig und reißen gern Sprüche.

Auf jeden Fall hab ich den Typ sehr schnell, sehr lieb gewonnen. Sogar so sehr, dass ich mir die 7. Staffel laaaaange aufbewahrt habe, bevor ich ready war die letzten Folgen aus Hank Moodys Leben zu erleben. Egal wo ich einsteige, gib mir 4 Folgen Californication und ich schmunzel wieder, zumindest bis zum nächsten Morgengrauen.

Es ist für mich so unendlich schwer in Worte zu fassen, was die Magie dieser Serie ausmacht. Es sind nicht die ebenso unendlich aufeinander folgenden Frauen, es ist nicht der Alkohol oder Drogenkonsum und es ist auch nicht das schreiben. Es ist eher diese Zeit, die lange Zeit in der Hank versucht ans Glück zu kommen. Und gerade damit steht er sich viel zu oft im Weg, denn für andere Männer sieht es oft so aus, als wäre er der glücklichste Mensch der Welt, so viele Ladies, wie er abschleppt. Doch es geht nicht um die Ladies, die sind, wie der Alkohol, nur Mittel zum Swag.

Der Typ, der "Gott hast uns alle" (ne Ahnung wieso der Post hier so heißt? 😉 ), eins von Hanks Büchern (ziemlich beschissen) verfilmt hat, fasst es so zusammen:

"Weißt Du, wieso ich noch einmal mit Dir zusammen arbeiten wollte? Weil Du, wenn Du Dich nicht grad in narzistischer Verzweiflung suhlst, das seltenste bist, was diese Stadt zu bieten hat. Jemand mit ner gottverdammten Vision."

Eine Walküre hingegen schlußfolgerte:

"Du bist gar nicht in der Lage eine andere Frau zu lieben, während Du so dermaßen in Selbsthass zerfließt"

Ich kann dazu nur sagen, wenn man etwas verliert, was man bedingungslos liebt, dann ist es nicht mehr weit dahin, dass man sich selbst abgrundtief hassen lernt. In der Staffel 6 hab ich kurz gedacht, dass Hank erneut lieben gelernt hat, sich und eine andere Frau als Karen.

"Ich versuch zwar in einem Elfenbeinturm zu wohnen, doch eine Flut von Scheiße schlägt dauernd gegen seine Mauern"

Auf jeden Fall find ich Hank einen liebenswerten Pechvogel. Er rutscht zwar von Scheiße zu Scheiße, bringt aber nie wirklich bewusst uncooles Zeug. Ich mein ja, vielweiberei, Alkohol, Drogen. Für viele "gute" Menschen ist das schon too much. Aber er tritt keine Hunde, verprügelt keine Frauen oder macht anderes Zeug, wo bei mir die Hutschnur hoch geht.

Überzeugt Euch selbst oben im Header oder bei Amazon Prime. Hier unten findet Ihr dazu noch ein paar bewegte Bilder von Hank und dazu Bukowski's "So You Want To Be A Writer", die Zeilen bringen's ziemlich auf den Punkt.

Als nächstes werde ich die restlichen "Upcoming Flicks" Posts nachreichen, doch ein Post zu Hank war schon längst fällig.

Danke für Eure Zeit, soweit!

Passt auf Euch auf!